Im April 2021 gingen zwölf europäische Klubs mit den Plänen einer Super League an die Öffentlichkeit. Nach heftigen Protesten der Fans und der Politik ruderten neun Vereine allerdings zurück. Nur Barcelona, Real Madrid und Juventus hielten am Projekt einer europäischen Eliteliga mit fixen Teams als Konkurrenz zur Champions League fest. Das Projekt ist ins Stocken geraten.
Unter den damaligen Gründungsmitgliedern fehlten zwei europäische Schwergewichte: Bayern München und Paris St.-Germain. Nasser Al-Khelaifi, PSG-Boss und der Statthalter Katars beim französischen Hauptstadt-Klub, enthüllte nun, dass auch ihm Millionen-Summen angeboten wurden.
"Ich hätte den Scheck über 400 Millionen Euro nehmen können. Sie haben mich eingeladen, als ich dann abgesagt habe, haben sie dann gesagt, dass sie mich gar nicht eingeladen haben", erzählte der katarische Klub-Boss gegenüber der "BBC" von den Verhandlungen mit den Super-League-Gründungsmitgliedern.
"Florentino Perez (der Präsident von Real Madrid, Anm.) hat beim Champions-League-Spiel mit mir gesprochen und gesagt: ,Wir müssen einen Punkt finden, um mit dir reden zu können.´ Ich war hart zu ihm. Ich sagte, ich würde mit ihm reden, aber wenn er Sachen hinter meinem Rücken macht, bin ich nicht interessiert", meinte Al-Khelaifi.
Seit der Präsentation der Super League engagiert sich der Boss des schwerreichen Scheich-Klubs auch in der europäischen Klub-Vereinigung ECA. Al-Khelaifi könne zwar das Streben nach einer europaweiten Eliteliga verstehen, "aber wir können nicht sagen: ,Du bist ein kleiner Klub, du bist raus.´ Es muss ein offenes System sein. Unter einem Dachverband, in dem jeder respektiert wird", schloss Al-Khelaifi.
Dass zeitgleich mit der Super League auch die Champions League revolutioniert wurde, künftig vier umstrittene "Wild Cards" vergeben werden, verschwieg der Paris-Boss allerdings. Davon geht eine an den Meister im Qualifikations-Pool, der den höchsten UEFA-Koeffizienten hat, eine Wildcard an die fünftbeste Nation der Fünfjahreswertung, aktuell Frankreich, und zwei Plätze an europäische Schwergewichte, die sich nicht qualifizieren konnte Auch dafür wird die UEFA-Koeffizientenwertung herangezogen.