Superstar Neymar Jr. und seine Kollegen weinten in Lissabon auf dem Rasen, während David Alaba und seine Bayern wenige Meter daneben die Trophäe in Empfang nahmen. Der FC Bayern besiegte Paris Saint-Germain am Sonntag im Finale der Champions League mit 1:0. Kingsley Coman erzielte das Goldtor zum zweiten Triple nach 2013. Die beiden Star-Angreifer Neymar und Kylian Mbappe blieben auf der anderen Seite blass.
Die Franzosen verpassten den ersten Champions-League-Titel der Vereinsgeschichte. Neymar war derart aufgelöst, dass ihn Alaba nach dem Schlusspfiff minutenlang in die Arme schloss und tröstete. In der Heimatstadt des Klubs brachten die Fans ihre Emotionen anders zum Ausdruck.
In Paris kam es zu schweren Ausschreitungen. Schon Stunden vor dem Anpfiff hatten sich Tausende Fans vor dem Prinzenpark versammelt. Nach der Niederlage gegen den FC Bayern musste die Polizei 22 Menschen festnehmen, wie in der Nacht zum Montag offiziell mitgeteilt wurde.
Randalierende Fans hatten in der Nähe des Fußballstadions Parc des Princes sowie in der Umgebung der Champs Elysées ihrer Enttäuschung Luft gemacht. Um das Stadion herum kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei, die Tränengas gegen die mit Feuerwerkskörpern bewaffnete Menge einsetzte. Entlang der Prachtstraße Champs Elysées setzten Randalierer Fahrzeuge in Brand, zerbrachen Fensterscheiben und zerstörten Geschäfte.
Auf Corona wurde von Seiten der Fans scheinbar gänzlich vergessen. Frankreich hat derzeit mehr als 150.000 aktive Covid-19-Fälle. Die Massenansammlungen rund um das Champions-League-Endspiel könnten als zusätzlicher Multiplikator wirken.