Nun sind die Weichen endgültig gestellt: Fünf weitere Bezirke in Wien werden im Herbst Parkgebühren einheben. In den Westgürtel-Bezirken Meidling, Penzing, Rudolfsheim-Fünfhaus, Ottakring und Hernals werden ab 1. Oktober nämlich Kurzparkzonen eingeführt, Anrainer haben das Recht auf ein kostenpflichtiges Parkpickerl. Bis zuletzt war lediglich noch offen, ob auch in Favoriten Abstellgebühren eingeführt werden.
SPÖ-Bezirksvorsteherin Hermine Mospointner gab am Donnerstag dann bekannt, dass das Pickerl im zehnten Bezirk bis auf weiteres nicht kommen werde. Favoriten sei aufgrund seiner flächenmäßig großen Ausdehnung und sehr unterschiedlichen Bebauungsstruktur nicht mit anderen Wiener Bezirken vergleichbar, argumentierte die rote Bezirkschefin die Ablehnung: "Die Auswirkungen und Erfahrungen in anderen Bezirken sollen daher abgewartet werden."
Dass es auch in den Bezirken Simmering, Hietzing, Währing, Döbling, Floridsdorf, Donaustadt und Liesing in näherer Zukunft kein Pickerl geben wird, stand bereits seit längerem fest. In den Pro-Pickerl-Bezirken müssen nun noch die genauen Grenzziehungen und etwaige Überlappungszonen festgelegt werden.
Misstrauensantrag
Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou (G) war am Donnerstag mit einem Misstrauensantrag konfrontiert, der von der FPÖ eingebracht worden war. Die Blauen warfen der Ressortchefin in erster Linie vor, sich in Sachen Parkpickerl über den Mehrheitswillen der Bevölkerung hinwegzusetzen.
Der Antrag wurde mit rot-grüner Mehrheit erwartungsgemäß abgelehnt. Vassilakou hatte sich seit Monaten für die Ausweitung des Parkpickerls stark gemacht, die Letztentscheidung lag jedoch bei den einzelnen Bezirken selbst.