Österreich

Parkverbot: Gattin verteidigt ÖVP-Politiker

Heute Redaktion
14.09.2021, 16:53

Der ÖVP-Abgeordnete Norbert Kapeller bleibt dabei, dass nicht er, sondern seine Gattin Bettina seinen Mercedes mit dem Behindertenpass eines Toten im Parkverbot vor dem Hauptbahnhof abgestellt hatte - Heute berichtete. Der Rückhalt innerhalb seiner Partei wackelt jetzt aber wie ein Hochhaus nach einem Erdbeben!

Die Fakten liegen auf dem Tisch, die Strafe wurde bezahlt - aber die Optik bleibt fatal: Wie berichtet, zeigte ein Polizist den ÖVP-Nationalratsabgeordneten an, weil dessen Mercedes mit Wiener Kennzeichen am 4. Februar auf einer Parkverbotsfläche vor dem Bahnhof abgestellt war. Kapeller hatte dafür eine simple Erklärung: Nicht er, sondern seine Frau sei mit dem Fahrzeug unterwegs gewesen und habe dort geparkt. Am Beifahrersitz sei seine 89-jährige Schwiegermutter gesessen. Sie habe ihren Ausweis mit dem des vor zehn Jahren verstorbenen Gatten verwechselt. Die Behörden glaubten das und bestraften die Gattin: 220 Euro wegen der widerrechtlichen Verwendung eines Ausweises! Donnerstagnachmittag meldete sich die Politikergattin zu Wort. Jetzt gibt es eine dritte Version: Den Behindertenausweis des verstorbenen Großvaters habe sie irrtümlich verwendet, so Bettina Kapeller-Schramm. Interessant: Zuvor war immer vom Schwiegervater die Rede. Die Gattin weiter: Da ich diesen Ausweis nicht ständig in meinem Besitz habe, hat mein Mann weder von seiner Existenz gewusst noch von diesem irrtümlichen Gebrauch. Trotzdem: LH und Parteikollege Josef Pühringer bezeichnet die Sache gegenüber dem ORF Oberösterreich als sehr unangenehm. Das darf man als Bürger nicht und als Abgeordneter schon gar nicht. SPÖ, Grüne und BZÖ fordern eine öffentliche Entschuldigung, die FPÖ gar Kapellers Rücktritt. Robert Loy

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