Kein Tag vergeht mehr, an dem die Großparteien nicht eine volle politische Breitseite gegen den Gegner abfeuern. Sie werfen sich gegenseitig Postenschacher und schlechte Arbeit in den vergangenen sechs Jahren vor. Dass beim Wähler eher unpopuläre Hick-Hack könnte vor allem die Freiheitliche Partei zum lachenden Dritten machen.
Die Nervosität in den politischen Lagern steigt, die gegenseitigen Angriffe werden heftiger: Landesrat Hermann Kepplinger (SPÖ) wirft LH Josef Pühringer nun vor, dass er eine Finanzpolitik auf Kosten der kommenden Budgets betreibe. Pühringer hatte das in der Vergangenheit bereits mehrfach bestritten und gegenteilige Daten vorgelegt. Als Antwort auf den SP-Vorwurf des schwarzen Machtrausches bei der Personalpolitik im Land kontert nun die Volkspartei und wirft den Sozialdemokraten Postenschacher in den roten Statutarstädten vor. Bei Personalbestellungen gibt es ständig Rügen der Aufsichtsbehörden, erklärt VP-Klubchef Thomas Stelzer. Die ÖVP hat bis auf ein Mal bei allen Besetzungen mitgestimmt, erwidert der Linzer Personalstadtrat Klaus Luger (SPÖ).
Gewinner der politischen Untergriffigkeiten könnten am Ende die FPÖ und ihr Spitzenkandidat Manfred Haimbuchner sein - vor allem bei jenem Drittel der Wähler, die noch unentschlossen sind.
Jürgen Tröbinger