Sieben Stunden dauert die Zugfahrt von Bregenz nach Wien. Am Dienstagfrüh fuhr Christian J. die Strecke, saß in Waggon 36 und erzählte auf Twitter erschrocken: "Niemand trägt Maske; Frage an Zugbegleiter: Gibt es keine Maskenpflicht?" Die wenig beruhigende Antwort des Schaffners teilte der Passagier ebenfalls auf Social Media: "Sie san jo eh gsund, oda?"
Auf "Heute"-Anfrage heißt es von den ÖBB, die Christian J. bereits direkt auf Twitter antworteten: "Alle Fahrgäste sind verpflichtet, in unseren Zügen einen Mund-Nasenschutz zu tragen. Dieser kann beim Essen und Trinken kurzfristig abgenommen werden. Unsere Mitarbeiter sind geschult, Fahrgäste auf die Regelungen hinzuweisen."
Der ÖBB-Sprecher macht nochmal deutlich: "Die Sicherheit unserer Fahrgäste hat für uns oberste Priorität. Erfahren wir von Kolleginnen, die keine Maske tragen, wird die Teamleitung informiert."
Im selben Zug vom Ländle nach Wien erlebten andere Gäste mehr Maskendisziplin. "Nicht alle Passagiere verhalten sich gleich. Mich hat vor allem die Reaktion des Zugbegleiters auf meine Frage 'erstaunt', entgegnet Christian J. daraufhin, der es "bei der Hinfahrt auch anders erlebte".
Twitter-Userin E. schildert eine maskenlose Erfahrung auf einer anderen Strecke: "Vergangene Woche, RJX von Salzburg nach Wien (16:08 Uhr) dasselbe Bild. Bitte führen Sie eine FFP2-Maskenpflicht ein und setzen Sie diese durch. Der jetzige Zustand ist für vulnerable Menschen unerträglich. Danke!", fordert sie im Netz.
Auch Passagierin S., die auf den Tweet von Christoph J. antwortete, teilt dieselbe Erfahrung bei einem anderen Transportunternehmen: "Westbahn letzte Woche ein ähnliches Bild. Und wenn, wurde die Maske als Mund-Kinnschutz verwendet… freie Nasen wohin man schaut…"
Für viele Schaffner sei es manchmal regelrecht unmöglich, Maskenverweigerer dazu zu bringen, ihren Mund-Nasenschutz zu tragen, berichtet Passagier Mark W. "Ich beneide die Zugbegleiter nicht. Maskenmuffel sind meist auf Krawall gebürstet. Jener von Graz nach Linz hat es durchgesetzt, jene von Linz nach Wien hatte keine Chance. Zu voll, zu viele Maskenverweiger."