Passagiere saßen Std. in gestrandetem Zug

Bild: Monats Revue/Thomas Lenger

Ein defekter Schranken auf der Bahnstrecke der Pottendorfer Linie zwischen Ebreichsdorf und Münchendorf war Schuld an einem Unfall am Samstag und sorgte dafür, dass ein Zug voller Leute hilflos mitten in der niederösterreichischen Pampa festsaß. Die Passagiere waren zurecht verärgert, da weder ein Schienenersatzverkehr eingerichtet wurde, noch bekamen sie Informationen, wann es weitergeht.

Im Kreuzungsbereich der L156 mussten die Züge vor dem Bahnübergang halten, da die Schranke defekt war. Die Eisenbahn musste Signale abgeben und durfte erst dann ihre Fahrt fortsetzten. Den gerade in Fahrt kommenden Zug dürfte dann ein 63-jähriger Mann aus dem Bezirk Wr. Neustadt übersehen haben und prallte mit seinem Pkw gegen den Zug.

Viele Notrufe schickten Rettung in die Irre

Sofort dürften Passagiere im Zug einen Notruf abgesetzt haben. Diese Angaben waren aber derart ungenau, dass drei Feuerwehren um 17:38 Uhr zu einem Verkehrsunfall mit mehreren eingeklemmten Personen in die Bahnstraße nach Ebreichsdorf alarmiert wurden. Als die Einsatzkräfte am angegebenen Ort keine Unfallstelle vorfanden, wurden um 17:46 Uhr drei weitere Feuerwehren zu einem Verkehrsunfall mit einer eingeklemmten Person auf der L156 alarmiert. Weiters waren auch mehrere Rettungsfahrzeuge sowie der Notarzt alarmiert. Am Einsatzort angekommen, stellte sich heraus, dass der Lenker nur leicht verletzt, sein Beifahrer unverletzt war.

Familie auf dem Weg zur Kreuzfahrt saß stundenlang ohne Info fest

Nach dem der Verletzte ins Krankenhaus gebracht wurde und die Feuerwehr den Unfallwagen beseitigt hatte, mussten sich die Passagiere des Zuges noch in Geduld üben. Denn durch den verursachten Schaden am Zug dauerte es bis nach 21 Uhr, bis der Zug zumindest zurück nach Ebreichsdorf fahren konnte. Unter den Fahrgästen war auch die Familie von Csaba Locsmandi, der mit seiner Frau und seinen beiden Töchtern von Ungarn über Wien auf dem Weg nach Wr. Neustadt war. Dort sollten sie um 21.30 Uhr mit einem Bus ihre Fahrt nach Genua zu einer Mittelmehrkreuzfahrt antreten. "Wir wissen nicht, wie es jetzt weiter geht, wir bekommen keine Informationen. Es heißt immer wieder, es geht gleich weiterund das seit Stunden. Wir haben jetzt einen Freund erreicht, der aus Ungarn kommt, uns hier abholt und nach Wr. Neustadt bringt, damit wir unseren Bus und unsere Mittelmehrkreuzfahrt noch erreichen." – Wie uns Herr Locsmandi telefonisch mitteilte, schaffte es die Familie, den Busfahrer in Wr. Neustadt telefonisch zu erreichen. Dieser wartete auf die Familie, welche mit einem Bekannten zum Bus fuhr und diesen um 21.35 Uhr erreichte.

Generalprobe verpasst, Musiker verärgert

Pech hingegen hatte Wolfgang Zangl aus Neufeld. Er war mit Freunden gerade am Weg zur Generalprobe ihres Konzertes am Samstag in Wien. "Ich finde es eine riesen Frechheit, dass wir nicht erfahren haben, was los ist und wie es weitergeht. Wir sind über drei Stunden im Zug gesessen und es gab weder einen Schienenersatzverkehr noch eine Information", ist Zangl verärgert. Die Generalprobe musste ausfallen.

Odyssee endete um viertel Zehn

Gegen 21.15 Uhr kamen die Passagiere des Zuges in Ebreichsdorf an. Von dort fuhren einige privat, andere mit der Bahn nach Wien. Die Bahnstrecke der Pottendorfer Linie war für mehr als 3,5 Stunden gesperrt.

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