Lebensretter im 7. Bezirk: Durch den Einsatz eines öffentlich platzierten Defibrillators konnte ein Passant das Leben einer 73 Jahre alten Frau retten, die in einem Reisebüro einen Herz-Kreislauf-Stillstand erlitten hatte.
Der Vorfall ereignete sich am Donnerstag-Vormittag: Die 73-jährige Kundin eines Reisebüros in der Neubaugasse erlitt plötzlich einen Herz-Kreislauf-Stillstand. Geistesgegenwärtig reagierte der 19-jährige Niklas Palt, der zufällig am Geschäft vorbeispazierte.
Ihm war klar: Jede Sekunde zählt. Während eine Mitarbeiterin den Notruf wählte, rannte ein anderer Passant zum öffentlichen Defibrillator. Niklas Palt aus Graz begann ohne zu Zögern mit der Herz-Druckmassage. 150 Meter entfernt nahm der andere Helfer bereits den Defi aus der öffentlich zugänglichen Vitrine auf der Mariahilfer Straße.
Das Gerät gab die nötigen Anweisungen per Lautsprecher, die Helfer bereiteten die Schockabgabe vor. Wenig Augenblicke später trafen das erste Team der Berufsrettung Wien ein und übernahmen die Wiederbelebungsmaßnahmen.
Dreimal musste die Frau geschockt werden, bis ihr Herz wieder zu schlagen begann. Nach einer ersten Versorgung wurde sie ins AKH Wien eingeliefert, wo sie nun auf der Intensivstation liegt. Ihr Zustand ist stabil.
Der plötzliche Herztod ist die häufigste Todesursache in westlichen Ländern. 12.000 Menschen sterben allein in Österreich jedes Jahr daran. Die Hilfe durch Passanten ist meist die einzige Überlebenschance. Durch Herz-Druckmassage und Einsatz eines Laien-Defibrillators können die Überlebenschancen von derzeit elf auf 70 Prozent erhöht werden.