Wien

Patienten statt Schildkröten: Sophie hilft nun Menschen

Zwei Jahre lang rettete Sophie Schmutzler (25) Tiere. Mit Hilfe des waff ließ sie sich zur Rettungssanitäterin ausbilden. Und rettet nun Menschen.
Louis Kraft
31.01.2022, 11:02

Das Retten liegt Sophie Schmutzler (25) offenbar im Blut. Nach ihrer Ausbildung zur pharmazeutisch-kaufmännischen Assistentin machte die Wiener Pause, um für eine Umweltschutzorganisation in Afrika Schildkröten zu schützen. Aus dem geplanten zweimonatigen ehrenamtlichen Einsatz wurden schließlich zwei Jahre.

Ihre Reisen führten Sophie durch mehrere afrikanische Staaten bis nach Asien. Hier war sie etwa in Thailand oder Japan im Tierschutz tätig. Im Jänner 2020 kehrte sie schließlich nach Wien zurück. "Ich habe mich dann bei AMS gemeldet und erzählt, dass ich mich für einen Job im Rettungswesen interessiere", erzählt Sophie gegenüber "Heute".

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Aktuell über 1.100 Wiener bei "Ausbildung plus Job"

Das AMS wies sie an den Wiener ArbeitnehmerInnenförderungsfonds (waff) weiter, der die Wienerin auf die Initiative "Jobs plus Ausbildung" aufmerksam machte. Dabei wird Jobsuchenden von waff und AMS eine Ausbildung samt fixer Jobzusage für die Zeit danach geboten. Seit Start des Programms machten rund 7.400 Arbeitssuchende mit. Aktuell befinden sich rund 1.120 Wiener in Ausbildung, gesucht werden vor allem Fachkräfte im Sozial- und Gesundheitsbereichen, wie etwa Altenpfleger sowie in der IT (Software-Entwickler).

Da Corona den Fachkräftemangel in diesen Bereichen weiter verstärkt hat, baut die Stadt die Initiative aus. Ab heuer stehen insgesamt 1.300 Ausbildungsplätze zur Verfügung, die Stadt investiert sechs Millionen Euro in die Erweiterung.

Sophie kann die Initiative jedenfalls weiter empfehlen. Nach drei Monaten war ihre Ausbildung abgeschlossen, seit Juli des Vorjahres ist sie fix am Standpunkt des Samariterbundes in der Pillergasse 24 (Rudolfsheim-Fünfhaus) angestellt. 

"Cooler Job ohne Hamsterrad"

"Der Job als Rettungssanitäterin hat so viele coole Seiten. Es ist nicht nur eine sinnvolle Aufgabe, sondern man hat auch Eigenverantwortung und wechselnde Diensttage. Dadurch ist man nicht im Hamsterrad", erklärt Sophie. Das richtige Erkennen und Interpretieen von Krankheitsbildern sei zwar anspruchsvoll, dafür könne man sich selbst nachher sagen "gut gemacht", schmunzelt die sympathische Wienerin.

Dennoch sei der Job nicht für jeden das Richtige, räumt sie ein. "Man muss das schon können und man muss auch körperlich fit sein". Wer Interesse an einem Job im Gesundheits- und Sozialbereich hat, aber nicht sicher ist, ob das wirklich das Richtige ist, kann mit der App "Kann ich Pflege?" (Gratis-Download im Google Play-Store und im Apple Store) einen schnellen Test machen. Alle Infos zur Initiative "Jobs plus Ausbildung" gibt es auf der Webseite des waff

Nächster Sani-Kurs startet im April

Wer auch Rettungssanitäter werden will, kann sich noch bis 2. Februar beim waff melden. Noch sind Ausbildungsplätze frei, die Ausbildung startet am 1. April. Die Details zu den Anforderungen und Leistungen kannst Du hiernachlesen.