Patientenakten im Müll gefunden

Bild: wien.gv.at
40 Aktenordner eines Psychotherapie-Vereins mit sensiblen Patientendaten sind in Wien im Altpapier-Container gelandet.

Ganze vier Tage lang waren die Patienten-Namen und Diagnosen aus dem Jahr 2003 für jedermann einsehbar. Der Vorstand der "Gesellschaft für psychotherapeutische Versorgung" gibt die Schuld der Putzfrau, die die Akten "irrtümlich" weggeworfen habe: Eine Angestellte habe das Aufstapeln von Ordnern in den Büros als Auftrag zum Entsorgen missverstanden, so Vorstand Heinz Laubreuter. Die noch vorhandenen Akten seien am Montag wieder aus dem Container genommen worden und würden nun ordnungsgemäß entsorgt.

Für Heinz Zeger von der Arge Daten ist aber die Geschäftsführung verantwortlich: "Es ist eine Schande, die Schuld bei der Putzfrau zu suchen". Dabei müsste beispielsweise ein Reißwolf verwendet oder eine darauf spezialisierte Firma beauftragt werden. Einen derartigen Vertrag gebe es aber nicht, wie der betroffene Verein zugab.

Klar ist jedenfalls: Wird ein Patient durch diese Form der Indiskretion geschädigt, kann er auf Schadenersatz klagen. Zudem müsse der Verein nun alle möglicherweise Betroffenen informieren, so Zeger.

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