Patientin (52) flüchtete im Nachthemd vor OP aus AKH

Kurz vor dem Eingriff verließ die 52-Jährige das Spital.
Kurz vor dem Eingriff verließ die 52-Jährige das Spital.istock
Eine 52-Jährige rannte kurz vor einem endoskopischen Eingriff aus dem Wiener AKH davon. Sie fühlte sich nicht aufgeklärt und übt jetzt schwere Kritik.

Fassungslos ob der mutmaßlichen Herangehensweise der Ärzte ist eine 52-Jährige (Name der Redaktion bekannt): "Ich musste buchstäblich weglaufen vor der Operation. Barfuß im Nachthemd rannte ich aus dem Operationssaal", berichtet die Patientin.

Keine Aufklärung

Die Frau war am 20. Dezember 2020 zum zweiten Mal im AKH Wien. Eine rosafarbene Tablette verweigerte die Patientin, weil ihr angeblich nicht gesagt wurde, welchen Wirkstoff sie beinhalte. "Bei mir besteht Krebsverdacht, die wollten mich noch schnell operieren, obwohl meine Werte noch gar nicht da waren", behauptet die 52-Jährige. 

In Nachthemd von OP-Saal zur Station

Kurz vor dem Eingriff sei der 52-Jährigen ein Zettel vorgelegt worden, wo sie über die Maßnahmen des Anästhesisten inklusive Beatmung informiert wurde. "Ich konnte nicht einmal alles durchlesen, bin dann barfuß, im Nachthemd zurück auf die Station gelaufen und wollte sofort einen Arzt sprechen, nur niemand kümmerte sich um mich. Mir wurde nur gesagt, ich könne ja gehen, es sei ein Spital und kein Gefängnis", so die 52-Jährige.

Das sagt das Spital

Karin Fehringer, Sprecherin des AKH Wien, meint dazu: "Nach Rücksprache mit der Ärztlichen Direktion dürfen wir mitteilen, dass bei der Patientin aufgrund ihrer Erkrankung ein endoskopischer Eingriff notwendig ist. Vor dem geplanten Eingriff erfolgte die gesetzlich vorgesehene, medizinische Aufklärung mittels eines standardisierten Informationsbogens. Der aufklärende Arzt ist verpflichtet auf die Risiken des jeweils geplanten Eingriffs hinzuweisen und die erfolgte Aufklärung ist von Arzt und Patientin mit Unterschrift zu bestätigen. Bedauerlicherweise hat die Patientin den Eingriff zwei Mal kurzfristig vor Durchführung und gegen ärztlichen Rat abgesagt. Da die Ablehnung der Patientin nicht nachvollziehbar ist und damit OP-Kapazitäten für andere PatientInnen nicht zur Verfügung standen, kann eine erneute Aufnahme und Terminplanung nur nach erweiterter Abklärung durch darauf spezialisierte Berufsgruppen erfolgen."

Die Patientin sieht dies jedoch ganz anders: "Ein Spital ist kein Schlachthof. Das Personal ist komplett überarbeitet und überfordert. Die kommen selbst mit den Zuständen nicht klar und lassen dies die Patienten spüren. Ärzte haben überhaupt keine Zeit mehr für kranke Menschen. Und Corona überstrahlt ohnedies alles."

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