Einem Wiener Berufsfotografen riss in der Filiale eines Mobilfunkers der Geduldsfaden. Er weigerte sich, den Shop zu verlassen, solange sein Problem nicht gelöst war.
Als Selbstständiger ist man auf sein Handy angewiesen – als sein Telefon nach tagelanger Wartezeit noch immer streikte, stemmte Berufsfotograf Wolfgang S. in einem Drei-Shop in Wien-Floridsdorf deshalb die Hände in die Hüften: Er wollte erst gehen, wenn die Funkstille behoben war. Dann kam die Polizei.
Was war passiert? Ende letzter Woche wollte S. seine Rufnummer von einem anderen Anbieter zu Drei mitnehmen. Die Portierung sollte in der Nacht auf Dienstag abgeschlossen sein, doch das Handy schwieg beharrlich. Anrufe an den 50-Jährigen gingen ins Leere. "Das war ein großes Problem", so der Wiener zu "Heute", "ich konnte nicht telefonieren und auch kein Geld online überweisen, weil mir die Bank den Code dafür per SMS schickt."
Mehrere Anrufe – mit einem anderen Smartphone – auf der Hotline des Mobilfunkers brachten keine Lösung. Zweimal marschierte S. am Mittwoch persönlich in Filialen, wurde aber stets vertröstet. "Die Mitarbeiter waren sehr freundlich, aber jeder hat etwas anderes gesagt und keiner konnte mir erklären, wo das Problem liegt." Beim dritten Mal ließ sich der Fotograf nicht mehr abspeisen: "Ich habe ihnen gesagt, ich bleibe so lange, bis die Nummer funktioniert – und wenn ich bis morgen dasitze." Einen Securitymitarbeiter ließ der Fotograf abblitzen, dann löste das Personal die Pattsituation mit einem Anruf bei der Polizei.
"Ich habe mich kurz mit den Beamten unterhalten und bin dann gegangen", berichtet S. den letztlich antiklimaktischen Ausgang. "Geht man so mit Kunden um, denen man nicht helfen kann?", klagte er anschließend in sozialen Netzwerken, wo auch andere Kunden von Problemen mit ihren Rufnummern berichteten. Am Donnerstag folgte dann das große Aufatmen: Am frühen Nachmittag lief wieder alles wie am Schnürchen.
Problem lag laut Sprecher bei anderem Anbieter
Auf "Heute"-Anfrage erklärte Drei-Sprecher Tom Tesch, die Portierung von Rufnummern sei "ein komplexer Prozess, an dem mindestens zwei Betreiber beteiligt sind". Im aktuellen Fall habe es eine Verzögerung gegeben, die "nicht in der Sphäre von Drei lag". Man bedauere, dass es zum Polizeiruf kommen musste, doch der Einsatz sei durch den Kunden provoziert worden: "Unsere Mitarbeiter werden geschult, im Fall von emotionalen Situationen deeskalierend zu reagieren, aber auch sie können nicht jede Situation lösen oder Wunder bewirken." Als Wiedergutmachung habe S. eine Gutschrift erhalten.
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