Österreich

Pendeln: Immer längere Wege

Heute Redaktion
14.09.2021, 17:00

Auf dem Weg zur Arbeit müssen Pendler immer größere Distanzen bewältigen, berichtet Diplom-Geograph Thomas Kronister aus einer aktuellen Studie der Arbeiterkammer. Seit 2003 ist die durchschnittliche Entfernung von 20,1 auf 20,9 Kilometer gewachsen. Beliebtestes Verkehrsmittel ist das Auto.

260.000 Niederösterreicher pendeln täglich zur Arbeit - doppelt so viele wie vor 20 Jahren. 80 Prozent verlassen sich aufs Auto. Bus und Bahn nutzen nur 20 Prozent. Wo die Schnellbahn unterwegs ist, sieht es anders aus:

Im Bezirk Hollabrunn schaffen die Öffis einen Anteil von 34 Prozent. Städte mit ausgebautem öffentlichem Verkehr erzielen noch höhere Werte: Nummer eins ist Tulln mit 46 Prozent. Am anderen Ende der Skala liegt Zwettl: Die Stadt weist mit 3,8 Prozent den niedrigsten Wert auf.

Pendlerpauschale zum Absetzbetrag umbauen

Angesichts der Studienergebnisse fordert die Arbeiterkammer ein qualitativ hochwertiges Öffi-Angebot. Dazu gehört verbesserte Information bei Verspätungen, für viele Fahrgäste wären auch kürzere Intervalle wichtig. Vor allem Pendler aus den Regionen Gänserndorf, Bernhardsthal und Laa an der Thaya beklagen Verspätungen und ein reduziertes Fahrplanangebot.

Weitere Forderungen der Kammer: ein landesweit einheitlicher Verkehrsverbund, die Einführung spezieller Zeitkarten für Teilzeitbeschäftigte und die Umgestaltung der Pendlerpauschale in einen Absetzbetrag mit Negativsteuerwirkung. Eine Erhöhung der Mineralölsteuer lehnt Präsident Hermann Haneder ab.

Emanuel Lampert

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