Österreich

Pensionist zündete aus Liebeswahn Haus an

Heute Redaktion
14.09.2021, 13:04

Ein 67-jähriger Steirer stand am Mittwoch vor Gericht: Er hatte im März das Haus seiner Angebeteten angezündet, weil diese seine Anrufe und SMS ignoriert hatte. Seine erste Aussage bei der Polizei klang aber noch ganz anders.

Bei dem Feuer in einem Wohnhaus in Bad Waltersdorf Ende März entstand ein Sachschaden von 100.000 Euro, zwei Personen erlitten eine Rauchgasvergiftung. Schnell war klar: es handelte sich um Brandstiftung.

Kulinarische Ausrede

Der Hauptverdächtige sagte bei der ersten Einvernahme Folgendes: "Ein heftiger Luftzug in meiner Wohnung führte dazu, dass mehrere Teelichter sowie zwei Flaschen hochprozentiger Schnaps umfielen. Ein Stück Papier, das vom Speck fett war, entzündete sich durch den brennenden Schnaps."

Dass diese Aussage nicht lange hielt, ist wohl wenig verwunderlich. Am Mittwoch stand er vor Gericht und behauptete plötzlich, dass Protokoll sei fehlerhaft. Mehrere Zeugen sagten gegen ihn aus.

Eine Gutachterin sagte aus, dass der Beschuldigte seit dem Jahr 2000 "seltsame Entwicklungen" durchgemacht hat. Er habe sich in Liebesbeziehungen hineinfantasiert, habe sich Liebesbeziehungen mit völlig fremden Frauen eingebildet.

Vermieterin als Objekt der Begierde

Und schließlich wurde die Vermieterin Objekt seiner Begierde. Als sie auf SMS und Anrufe nicht reagierte, steigerte sich sein Liebeswahn noch mehr. Er fühlte sich gekränkt und rächte sich, indem er das Haus anzündete.

So einfach die Diagnose war, so schwer beschreibt die Gutachterin die Behandlung.  Er weigere sich, Medikamente zu nehmen und sich behandeln zu lassen. Urteil: Der Liebeswahn ist geistig abnorm, er wurde in eine Anstalt eingewiesen.

Jetzt E-Paper lesen