Österreich

Pensionistin erstickte an Knebel: 4 Täter vor Gericht

Heute Redaktion
14.09.2021, 02:55

Zwei brutale Raubüberfälle auf zwei Pensionisten haben im Vorjahr viele Bewohner des Salzburger Flachgaus erschüttert und verunsichert. Ein 80-jähriger Mann aus Straßwalchen hat das Martyrium mit schweren Verletzungen überlebt, eine 83-jährige Arztwitwe ist hingegen an den Folgen des massiven Gewaltaktes gestorben. Sie wurde geschlagen, gefesselt und geknebelt. Nun hat die Staatsanwaltschaft eine Anklage gegen vier Rumänien beim Landesgericht Salzburg eingebracht.

Zwei brutale Raubüberfälle auf zwei Pensionisten haben im Vorjahr viele Bewohner des Salzburger Flachgaus erschüttert und verunsichert. Ein 80-jähriger Mann aus Straßwalchen hat das Martyrium mit schweren Verletzungen überlebt, eine 83-jährige Arztwitwe ist hingegen an den Folgen des massiven Gewaltaktes gestorben. Sie wurde geschlagen, gefesselt und geknebelt. Nun hat die Staatsanwaltschaft eine Anklage gegen vier Rumänen beim Landesgericht Salzburg eingebracht.

Die Vorwürfe lauten auf Mord, Raub sowie schwerer Raub mit Todesfolge. Die Beschuldigten im Alter von 21, 35, 31 und 24 Jahren sollen sich an den Taten in unterschiedlicher Weise beteiligt haben. Die Männer - sie stammen aus dem Bettlermilieu und befinden sich derzeit in der Justizananstalt Salzburg in Untersuchungshaft - zeigten sich bisher zum Teil geständig. Die Anklage ist rechtswirksam. Ein Prozesstermin steht aber noch nicht fest.

Für den Überfall auf die Arztwitwe am 4. Dezember 2012 in Köstendorf macht die Staatsanwaltschaft drei der vier angeklagten Rumänen verantwortlich. Dem 21-jährigen Haupttäter und dem 31-Jährigen wird Mord und Raub vorgeworfen, dem 35-Jährigen schwerer Raub mit Todesfolge.

Schläge & Tritte gegen Pensionisten

Der 35-Jährige soll bei dem Überfall in Köstendorf "nur" Aufpasserdienste geleistet haben. Seine beiden Komplizen sind laut Anklage aber äußerst brutal vorgegangen: Sie versetzten demnach Schläge und Tritte gegen den Körper und Kopf der alleinstehenden Frau. Sie wurde gewürgt, gefesselt und geknebelt. "Die Frau hat massive Verletzungen erlitten. In Verbindung mit dem Knebeln wurde der Tod durch Erstickung herbeigeführt", sagte Staatsanwalt Neher.

Die drei Rumänen sollen aus dem Haus der Witwe Schmuck im Wert von rund 30.000 Euro gestohlen haben. Der 21-jährige Haupttäter "ist als einziger tatsachengeständig", sagte sein Verfahrenshelfer, Rechtsanwalt Karl Wampl. Sein Mandant bestreite aber, den beiden Opfern mutwillig schwere Verletzungen zugefügt zu haben. "Er hat nicht mitbekommen, dass die Frau zu fest geknebelt wurde und daran erstickt ist." Der junge Mann stamme aus tristen sozialen Verhältnissen, sagte Wampl.

Mit Klebeband gefesselt

Nur drei Monate vor der grauenhaften Tat in Köstendorf war es zu dem Überfall auf den Pensionisten in Straßwalchen am 6. September nach ähnlichem Muster gekommen. Angeklagt wurde neben dem 21-Jährigen auch wieder der 31-Jährige und zudem noch der 24-jährige Rumäne. Als unmittelbare Täter gelten der 21-Jährige und der 24-Jährige. Sie versetzten dem Pensionisten Schläge und Tritte, fesselten ihn mit einem Klebeband und fügten ihm mit einem Messer eine Stichwunde im Oberschenkel zu.

Der 31-Jährige soll in die Rolle des Aufpassers und Ausspionierers geschlüpft sein und Angaben über den Tatort, das Alter und die Vermögensverhältnisse des Opfers gemacht haben. Das Trio entkam mit 11.000 Euro Bargeld, Dokumenten, Sparbüchern und einem gestohlenen Mobiltelefon. Der 24-Jährige räumte die Tat gegenüber den Ermittlern zwar ein, bestritt aber, dass er den 21-Jährigen zu dem Gewaltakt gegenüber dem Opfer genötigt hätte.

Nicht nur DNA-Analysen und Spurenabgleiche führten die Ermittler auf die Spur der Verdächtigen, sondern auch Hinweise eines "Bettlerkollegen". Zu einer ersten Festnahme kam es am 22. Jänner in Gräfelfing bei München. Es handelte sich dabei um den Haupttäter und den mittlerweile 35-jährigen Rumänen. Etwas später wurden die beiden anderen Komplizen ausgeforscht und schließlich nach Salzburg in die Justizanstalt gebracht.

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