Das Pentagon behandelt eine Serie rätselhafter Störungen von Gefriergeräten auf US-Militärstützpunkten im August als möglichen Hackerangriff. Dabei wurde Essen verdorben. Das berichten vier mit dem Fall vertraute Beamte.
Ein Vertreter sagte, Ermittler des Militärs stünden wegen eines ähnlichen Cyberangriffs auf gewerbliche Kühlgeräte in Frankreich mit französischen Kollegen in Kontakt. Dort waren Anfang des Monats Supermärkte betroffen.
Wie weit die Ermittlungen des Pentagons fortgeschritten sind und ob es bereits Erkenntnisse zu den Ursachen oder möglichen Verantwortlichen gibt, konnte Reuters nicht feststellen. Das Pentagon erklärte auf Anfrage, eine Einheit des Cyberkommandos arbeite "in enger Abstimmung mit Partnern aus anderen Behörden und den Strafverfolgungsbehörden". Weitere Angaben machte das Ministerium nicht.
Auch die Kriminalermittlungsabteilung des US-Heeres bestätigte, dass ihr Cyberbüro an den Ermittlungen beteiligt sei. Gemeinsam mit französischen Behörden wolle man die "Kühlungsausfälle in Europa" besser verstehen.
Laut einer Reuters-Auswertung damaliger Facebook-Beiträge und Website-Meldungen waren Ende August mindestens sechs Geschäfte auf US-Militärstützpunkten betroffen. In diesen Läden können Militärangehörige Lebensmittel kaufen. In zumindest einem Fall fielen die Geräte nicht einfach aus: Über Nacht wurde die Temperatur der Kühlanlagen erhöht. Am Morgen waren große Mengen Lebensmittel verdorben oder geschmolzen.
Der Facebook-Auftritt des Stützpunkts Fort Huachuca im US-Bundesstaat Arizona erklärte am 26. August, das Gefriergerät sei "in den Abtaumodus gegangen und hat dabei alle Lebensmittel erhitzt. Glaub uns, wenn wir sagen, dass sie 'verdorben' waren."
Über die rätselhaften Störungen und einen möglichen digitalen Sabotageakt berichtete am 28. August erstmals ein neu eingerichteter Blog namens Signal and Silence. Dass Militärermittler eingeschaltet sind und Kontakt zu französischen Behörden haben, meldeten die Zeitung Stars and Stripes und die britische Daily Telegraph. Dass die Ermittler den Vorfall als möglichen Hackerangriff behandeln, wird hier erstmals berichtet.