PROJEKTNAME: PEQ21 - PlusEnergieQuartier21
NAME DES UNTERNEHMENS: SÜBA Bau und Projekterrichtungs GmbH
KATEGORIE: Unternehmen
THEMENBEREICH: Klimafreundliches Bauen
TEILNEHMERZAHL: 6
PROJEKTSTART: 2018
STATUS: ist immer noch aktiv
REGION: Wien
INSTITUTIONALISIERT ALS: Als Unternehmen
WIRKUNGSFELD: Kleiner, lokaler Bereich (Stadtbezirk)
HOMEPAGE: https://www.sueba.at/de
Darum geht es beim Unternehmen "PEQ21 - PlusEnergieQuartier21"
Unter dem Titel "PlusEnergieQuartier21" - kurz PEQ21 - realisiert die SÜBA einen modernen Neubaukomplex mit unterschiedlichen Nutzungsformen, darunter Wohnen und Gewerbe. Ähnlich wie bei einem Plus-Energie-Gebäude verfolgt auch das Plus-Energie-Quartier das Ziel, im Laufe eines Jahres mehr Energie zu erzeugen als zu verbrauchen.
Beim "PEQ21" erfolgt die Betrachtung auf der Quartiersebene und im dicht bebauten städtischen Kontext. Das Projekt ist demzufolge nach höchsten energietechnischen Standards konzipiert und sowohl nach Klima:aktiv Gold sowie ÖGNI Platin zertifiziert.
Im PEQ21 werden unterschiedliche, modernste Technologien über die Gebäude- und Nutzungsgrenzen hinaus zu einem intelligenten Energiesystem verknüpft. Mittels Bauteilaktivierung, hocheffizienter Wärmepumpen sowie Energie aus Erdwärme wird das zukünftige Quartier völlig CO2-neutral geheizt und gekühlt.
Großflächig angebrachte Photovoltaikpaneele sorgen für eine gänzlich fossilfreie Stromerzeugung direkt vor Ort. Mit 650 kWpeak entspricht die PV-Anlage, welche teils auch an der Fassade angebracht ist, dem dreifachen der Verpflichtung laut Wiener Bauordnung.
Neben der Versorgung der haustechnischen Anlagen soll die PV-Anlage künftige Nutzer*innen auch kostengünstige Energie über ein Mieterstrommodell liefern. Die nachhaltige Deckenkühlung garantiert klimaresilienten Komfort für die künftigen Bewohner- und NutzerInnen.
Im Zentrum steht dabei die Schaffung eines attraktiven Gesamtpakets nicht nur für potentielle Investoren, sondern vorrangig auch für zukünftige BewohnerInnen, NutzerInnen sowie AnwohnerInnen. In einem Quartier zu arbeiten, zu wohnen und zu leben, zu leistbaren Preisen und mit den höchsten Ansprüchen an den Klimaschutz, ist das Ziel des Projektes.
Neben energieeffizienten Wohnungen werden außerdem Flächen für produzierende Betriebe geschaffen, welche vor allem auch für die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt essenziell sind.
Heute For Future-Award im Gespräch mit Sandra Rusak von SÜBA
Was zeichnet das Projekt aus bzw. wie unterscheidet es sich von anderen?
Das Projekt besticht nicht nur durch seine einzigartige Bau- und Energietechnologie, sondern auch durch ein durchdachtes Nutzungskonzept als "Gewerbliches Mischgebiet" im Rahmen des Wiener Fachkonzepts "Produktive Stadt": Der dreiteilige Gebäudekomplex weist eine Brutto-Geschoß-Fläche von etwa 34.000m² auf.
Auf der Hälfte des Areals werden rund 270 Einheiten für den Wohnbedarf errichtet. Weitere 14.000m² Nutzfläche sind für produzierendes Gewerbe-, Büro- und Geschäftsflächen vorgesehen. So wird in den dicht-besiedelten Kernbereichen der Stadt nebst Wohnraum auch ausreichend Platz für Wiens Betriebe geschaffen.
Eine attraktive Kombination von unterschiedlichsten Nutzungsformen in Verbindung mit einem zielgerichteten Mobilitätskonzept bietet beste Voraussetzungen für ein klimafreundliches Quartier der kurzen Wege. Auf Grund der unterschiedlichen Verbrauchsprofile des Mischnutzungsquartiers kann die lokal produzierte Energie (Strom wie auch Wärme) in effizientester Weise genutzt werden.
Mit der Umsetzung und Demonstration des urbanen Plus-Energie-Quartiers soll nicht zuletzt auch ein strategischer Beitrag zur Energiepolitik mit Blick auf eine zukünftige Energieversorgung mit 100 % erneuerbaren Energien unter Verwendung der vorhandenen thermischen und elektrischen Energie-Infrastruktur im dichten urbanen Kontext geleistet werden.
Was sollte geschehen, damit Ihre praktische Arbeit erleichtert wird? Wer sollte aktiv werden?
Nachhaltigkeit beginnt bereits in der Entwicklung von Immobilien: Innovative Planung, ressourcenschonende Bauweise, die Verwendung ökologischer Materialien und ein möglichst niedriger CO2-Ausstoß im späteren Betrieb.
Das sind die Ansprüche, die ein zukunftsfähiges Bauvorhaben zu erfüllen hat.
Welche Voraussetzungen sollten erfüllt sein, dass Ihr Projekt anderswo nachgemacht werden könnte?
Die Besonderheiten des Projekts haben sich bereits in der Wettbewerbsphase gezeigt. Bei der Entwicklung neuer Quartiere werden Energieaspekte häufig zu spät im Planungsprozess berücksichtigt, was ambitionierte Lösungen meist verunmöglicht.
In der Pilzgasse wurden daher bereits in der Ausschreibung alle relevanten Anforderungen integriert sowie intensive Abstimmungen zwischen Architektur und Energieplanung durchgeführt. Mit dem Projekt PEQ21 soll gezeigt werden, dass die Umsetzung eines Plus-Energiequartiers im urbanen Kontext grundsätzlich ökonomisch und ökologisch machbar und auch replizierbar ist, und dass ein Zusammendenken und -planen von Klimaschutz, Wohnen und Arbeiten, wertvolle Synergien und Vorteile sowohl für ein Quartier aber auch für die städtische Energieversorgung schaffen kann.
Ziel ist, dass neue (Plus-Energie-)Quartiere nicht zu einer weiteren Belastung der Energieinfrastruktur werden, sondern dazu beitragen das bestehende Versorgungsnetz zu entlasten. Nach Bauende steht mit dem PEQ21 in der Pilzgasse 33/ Engelhorngasse 2 das urbane Plus-Energie-Quartier, das dank einer hohen Vor-Ort-Energieaufbringung sowie einem optimierten Eigenverbrauch, eine klimapositive Energiebilanz aufweist und einen nachgewiesen wesentlichen Beitrag für das Energienetz (strom- als auch wärmeseitig) leistet.
Im Zuge der wissenschaftlichen Begleitung des Bauprojekts wird ein thermisch und elektrisch netzdienliches Konzept für (Plus-Energie)Quartiere im dichten urbanen Kontext erarbeitet und die Weiterentwicklung von technischen Systemlösungen vorangetrieben. Diese Erkenntnisse sollen infolgedessen auch auf andere Gebiete repliziert und angewandt werden können.
Haben Sie sich am Beginn Ihres Projektes an einem anderen Modellprojekt orientiert?
Nein.
Ist Ihr Projekt bereits in anderen Regionen nachgemacht worden? Wenn ja, an welchem Standort?
Ja und zwar im Rahmen des Folgeprojekts "CampoBreitenlee" in Wien-Donaustadt. Der Ansprechpartner ist die Firma Mischek.
Glauben Sie, dass Ihr Projekt auch anderswo durchgeführt werden könnte?
Ja, auch im Ausland.