Pernkopf will Wolf von Schutz-Liste streichen

Marktforscherin Sophie Karmasin, Landes-Vize Stephan Pernkopf und Walter Arnold, Leiter des Forschungsinstituts für Wildtierkunde und Ökologie an der VetMet Wien.
Marktforscherin Sophie Karmasin, Landes-Vize Stephan Pernkopf und Walter Arnold, Leiter des Forschungsinstituts für Wildtierkunde und Ökologie an der VetMet Wien.Bild: "Heute"/Nittner
31 Schafe wurden in den letzten Wochen im Waldviertel von Wölfen gerissen. Laut Experten könnte es sich um bis zu 15 Tiere handeln. "Regulierungsmaßnahmen sind unbedingt nötig", sagt Landesvize Stephan Pernkopf.
Nachdem Wölfe im Waldviertel im Laufe des letzten Monats (Anm.: seit 20. Juli) 31 Schafe in umzäunten Arealen rissen, wird nun versucht, die Tiere mit Hilfe von Vergrämungsmaßnahmen wie Schreckschüssen und Gummi-Geschoßen zurückzudrängen – mehr dazu hier.

Kritik dazu kam von nö. Grünen-Chefin Helga Krismer, die meinte, Landesvize Stephan Pernkopf (VP; Anm.: Er ist der für diese Thematik zuständige Landesrat) solle "das Cowboyspielen unterlassen und nicht ständig den Abschuss des Wolfes fordern".

Pernkopf lässt sich indes nicht beirren. Laut ihm sei, was die Information und das Wissen über die Tiere angeht, "jede Menge Unfug im Umlauf". "Die Tiere haben die vorbildlichen Umzäunungen überwunden, wir haben also ein massives Problem", so der Landesvize. Bei einer Pressekonferenz am Mittwoch betonte er, dass vom Wolf grundsätzlich keine Gefahr für den Menschen ausgeht, allerdings: "Es gibt keinen einzigen Experten, der das ausschließen kann. Und deshalb sage ich es in aller Klarheit: Es sind Regulierungsmaßnahmen nötig. Die Sicherheit der Menschen hat oberste Priorität."

Scheu soll wieder erlernt werden

Mit den Vergrämungsmaßnahmen handle man dezidiert nach dem Wolfsmanagement-Plan, der auch von NGOs wie dem WWF abgesegnet wurde. Unterstützung für die Maßnahmen bekommt der Landesvize vom Landesjagdverband. "Wölfe sind als äußerst intelligente Raubtiere sehr lernfähig. Wenn sie gelernt haben, Zäune zu überwinden und Weidetiere zu reißen, werden sie das immer wieder tun. Es ist daher notwendig, dass Aktionen gesetzt werden, um Wölfen die Scheu vor dem Menschen wieder zu lernen. (...) Sollten die Vergrämungsmaßnahmen keine Wirkung zeigen, muss über den nächsten Schritt – den Abschuss von Problemwölfen – nachgedacht werden", heißt es in einer Aussendung.

CommentCreated with Sketch. Jetzt kommentieren Arrow-RightCreated with Sketch. "Die Wildbestände in den Wäldern sind so hoch wie noch nie", erklärt Walter Arnold, Leiter des Forschungsinstituts für Wildtierkunde auf der Veterinärmedizinischen Universität Wien den Grund, weshalb sich die Tiere nun wieder vermehren. Laut dem Experten seien Schutzmaßnahmen, wie sie jetzt sind – also quasi eine unkontrollierte Ausbreitung – "nicht zukunftsfähig".

Pernkopf: "Wolf ist in Europa nicht gefährdet"

Landesvize Stephan Pernkopf will nun die EU-Kommission auffordern, den Wolf von der Artenschutz-Liste zu nehmen. In der Slowakei, Schweden, Frankreich oder auch in Sachsen (Deutschland) seien Abschüsse aufgrund der hohen Population bereits erlaubt. Wegen des erwarteten exponentiellen Wachstums sei "kein Schutzstatus mehr notwendig".

Menschen besorgt, in den Wald zu gehen

Dass das Thema "Wolf" auch den Bürgern Sorgen macht, untermauert eine neue, von Marktforscherin Sophie Karmasin durchgeführten Studie. Ein Drittel der darin befragten Personen gab an, aufgrund des Wolfes Angst zu haben, in den Wald oder die Natur zu gehen, was auch negative Folgen auf den Tourismus haben könnte. Laut der Studie würden sich die Sorgen der Bürger minimieren, je weiter der Wolf entfernt ist. Jedoch gibt Experte Walter Arnold zu bedenken: "50 Kilometer pro Tag können die Tiere leicht zurücklegen." Auch die Wolfsfamilie am Truppenübungsplatz in Allentsteig stammt bewiesenermaßen ursprünglich aus Sachsen (Deutschland). (nit)

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