Ein Tiroler Jungunternehmer sucht für seine Möbelunternehmen Facharbeiter, Lehrlinge und Hilfsarbeiter. Auf die Anzeigen in mehreren Kanälen bekam er 16 Bewerbungen, fast alle für die Stelle als unausgebildete Hilfsarbeiter.
13 Bewerber lud Dominik Jenewein zu einem Bewerbungsgespräch. Von den elf Bewerbern, die erschienen lud er zehn zu bezahlten Probetagen ein. Auf Facebook schilderte er seine Erfahrungen: Fast alle Bewerber glänzten durch fehlende Motivation und Unzuverlässigkeit. Die einzigen Lichtblicke: ein Mann aus Ghana, den der Tiroler zunächst gar nicht zum Gespräch eingeladen hatte und ein in Österreich aufgewachsener Kroate.
Die Firma von Dominik Jenewein
1.300 netto für ungelernte Hilfsarbeiter
Das Einstiegsgehalt für ungelernte Hilfsarbeiter in seinem Unternehmen beträgt rund 1.300 Euro netto, schreibt Jenewein. Von den zehn Bewerbern, die zu Probetagen eingeladen wurden erschien die Hälfte gar nicht. Die Männer, die alle Asylstatus mit Arbeitserlaubnis hatten, sagten, auf telefonische Nachfrage entweder, dass sie es sich anders überlegt hätten oder ihnen die tägliche Fahrtzeit (etwa 35 Minuten) für das Gehalt zu lang sei.
Österreicher mit skurrilster Ausrede
Der einzige österreichische Bewerber erschien am zweiten Probetag unentschuldigt nicht zur Arbeit. Als Jenewein ihn anrief, nannte ihm dieser als Grund, dass seine Katze kastriert werden müsse. Andere Bewerber wurde von dem Unternehmer nach Hause geschickt, weil sie keinerlei Motivation zeigten.
Der einzige Lichtblick für Jenewein war ein Bewerber aus Ghana. Zunächst habe er ihn gar nicht zum Bewerbungsgespräch geladen, weil er kein Deutsch spreche. Doch der Mann ließ nicht locker, meldete isch mehrmals und bat um eine Chance. Beeindruckt von der Hartnäckigkeit lud er ihn zu Probetagen ein und war begeistert: "Man hat sofort bemerkt, dass er unbedingt arbeiten will und nie still steht, sich immer etwas zu tun sucht", schreibt der Tiroler. Er stellte den Mann ein. "Mit ihm im Team haben wir dann mittlerweile 6 Nationen im Unternehmen vertreten", schreibt Jenewein.
"Mindestsicherung schuld"
Der Unternehmer will die Ursache für den krassen Motivationsunterschied auch gefunden haben. In einem Gespräch mit dem Ghanaer erfuhr er, dass dieser im Vergleich zu den anderen Bewerbern "keinen Cent vom österreichischen Staat bezahlt" bekomme. Alle andere würden Mindestsicherung beziehen.
Er betonte in dem Posting auch, dass er nicht den Personen die Schuld gebe, sondern das System. Dies müsse geändert werden, da der Unterschied zwischen Mindestsicherung und Einstiegsgehalt zu gering sei.
Der lange Facebook-Beitrag wurde viral und ist bisher 2.600 Mal geteilt worden.
(red)