Personal putzt, Trump "spritzt" Meetings

Egal wo Donald trump auftritt. zuvor wird der Ort gründlich geputzt.
Egal wo Donald trump auftritt. zuvor wird der Ort gründlich geputzt.Picturedesk/APA
Um Staatspräsident Donald Trump bestmöglich zu schützen, muss das Putzpersonal im Weißen Haus "dramatische Maßnahmen" ergreifen. 

Die Corona-Fälle nehmen in den USA weiter zu: Allein am Samstag stieg die Zahl der Neuinfektionen um mehr als 40.000 und lag nach einer Reuters-Zählung bei über 2,5 Millionen. Die Zahl der bekannten Todesfälle überschritt die Marke von 125.000, mehr als in jedem anderen Land.

Während US-Vizepräsident Mike Pence Wahlkampfveranstaltungen in den Corona-Hotspots Arizona und Florida absagte, weigert sich der US-Präsident nach wie vor, eine Maske anzuziehen. Er sieht dies offensichtlich als ein Zeichen der Schwäche und lässt keine Gelegenheit aus, sich über Joe Biden lustig zu machen, dem designierten Herausforderer der Demokraten im Rennen um die Präsidentschaft. "Es ist, als wäre sein ganzes Gesicht bedeckt. Es ist, als hätte er einen Rucksack über sein Gesicht gestülpt", sagte Donald Trump kürzlich in einem Interview über den maskentragenden Biden.

Ginge es nach Trump, wäre die Corona-Epidemie in den USA durch und gegessen und die Normalität könnte wieder Einzug halten. So verkauft er es gern seinen Anhängern. Doch hinter den Kulissen sieht es dann doch anders aus: "Die Maßnahmen, die ergriffen werden, um den Präsidenten vor einer Ansteckung mit dem Virus zu schützen, wurden dramatisch erhöht", so CNN. Mittlerweile sei ein regelrechter Sicherheitsapparat um den Präsidenten entstanden.

"Jeder Weg, jeder Gang und jeder Raum"

So kommen bei Reisen des Präsidenten zu den standardmäßigen Sicherheitschecks auch aufwendige Reinigungsarbeiten hinzu. Jeder Weg, jeder Gang und jeder Raum, den der Präsident betritt, wird im Voraus von medizinischen Teams auf mögliche Ansteckungsgefahren geprüft, jeder Raum und jedes Badezimmer nicht nur gereinigt, sondern auch desinfiziert und jeder Mitarbeiter, der mit Trump in Berührung kommen könnte, auf das Coronavirus getestet.

Der Präsident macht sich ebenfalls Sorgen um seine Gesundheit – auch aus Imagegründen. Er, der im Wahlkampf gern gegen die Fitness seines 77-jährigen demokratischen Kontrahenten schießt, ist laut Quellen aus seinem Umfeld zunehmend beunruhigt darüber, wie es wirken würde, erkrankte er selbst an Covid-19. Diese Angst ist trotz aller ergriffenen Maßnahmen nicht unbegründet: Zuletzt wurden mehrere Wahlkampfmitarbeiter positiv auf das Virus getestet, und Dutzende wurden vorsorglich in die Selbstisolierung geschickt.

Trump agiert misstrauisch, bleibt Meetings fern

Bereits letzten Monat erkrankte im Weißen Haus zudem ein Sicherheitsmitarbeiter, der unter anderem mit der Verpflegung des Präsidenten beauftragt war. Trump sei sehr erbost darüber gewesen, dass sich eine Person, die ihm im Alltag so nahe kommt, anstecken konnte. Fortan habe er viel Abstand zu Personen gehalten, die er nicht gut kenne, berichten Personen aus Trumps Umfeld.

Die strikte Einhaltung der Maßnahmen im Weißen Haus dürfte für einige Mitarbeiter allerdings eine Fleißaufgabe sein. Denn wie zwei Quellen aus dem Weißen Haus unabhängig voneinander berichten, nahm Trump seit April an keiner Sitzung der Covid-19-Taskforce teil.

CommentCreated with Sketch. zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch.
Nav-AccountCreated with Sketch. 20 Minuten TimeCreated with Sketch.| Akt:
Donald TrumpUSACoronavirus

ThemaCreated with Sketch.Weiterlesen