"Wir waren gerade mit der Buslinie 56A unterwegs, als ein Mann einstieg, mich anlächelte und sich gegenüber hinsetzte", berichtet Fotografin Christina Noélle über den Vorfall am Dienstag. Erst habe sie gar nicht bemerkt, dass sie ins Visier eines Triebtäters geraten war. "Dann hörte ich ihn ganz leise vor sich hin murmeln. Er nannte mich ein 'sexy Stück' und masturbierte, während er abwechselnd mich und meinen fünfjährigen Sohn anschaute", so das ehemalige Playboy-Model völlig fassungslos.
Die Wienerin drehte ihr Kind zur Seite, um ihm den üblen Anblick zu ersparen, richtete dann ihr Handy auf den Lüstling und filmte seine Avancen unauffällig mit. "Ich wollte Beweise, um den Mann damit bei der Polizei anzuzeigen", so die 36-Jährige. Bei der nächsten Station sei sie sofort ausgestiegen. "Mein Sohn fand es komisch und fragte, was mit dem Mann los sei. Wie soll man einem Fünfjährigen sowas erklären?"
Eine Anzeige habe sei bereits erstattet, so Noélle. Es sei nicht das erste Mal, dass sie in Wien sexuell belästigt wurde: "Einmal griff mir ein Jugendlicher im ersten Bezirk von hinten zwischen die Beine, ein anderer schubste mich aus der U-Bahn, weil ich ihm meine Nummer nicht geben wollte. In der U6 wurde ich mehrmals am Po und an den Brüsten begrapscht und ein Mann folgte mir sogar von der U-Bahn-Station bis zur Wohnungstür, weil er sich selbst auf einen Kaffee einladen wollte."
Als Konsequenz habe sie begonnen, nur mehr ungeschminkt auf die Straße zu gehen und keine eng anliegende Kleidung wie Leggins zu tragen. "Ich finde es schade, mich verhüllen zu müssen und mich extra weniger schön herzurichten. Aber offenbar geht es nicht nur mir so, denn als ich auf Instagram über den Vorfall schrieb, meldeten sich über 50 Frauen mit ähnlichen Geschichten."