Ex-Boss emotional

Peschek bricht Schweigen: "Rapid-Aus war Tiefpunkt"

Vom Rapid-Boss zum Tiefpunkt: Christoph Peschek spricht über sein Aus, die Corona-Krise und persönliche Rückschläge.
Sport Heute
25.03.2026, 07:05
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Er galt lange als einer der einflussreichsten Männer beim SK Rapid Wien: Christoph Peschek. Von 2013 bis 2022 lenkte der frühere SPÖ-Politiker als Vizepräsident und Finanzgeschäftsführer die Geschicke der Hütteldorfer. In seine Amtszeit fielen der Bau des Allianz-Stadions und des Trainingszentrums in Wien. Zudem konnte der Umsatz von 18 Millionen im Jahr 2013 auf 30 Millionen Euro im Jahr gesteigert werden. (2024/25 lag er bei 61 Millionen Euro)

Auseinandersetzungen im VIP-Klub

Sein Abgang entwickelte sich jedoch zum Eklat. Nach dem blamablen Ausscheiden in der Conference-League-Qualifikation gegen Vaduz aus Liechtenstein eskalierte die Lage. Fans des Block West stürmten den VIP-Bereich und lieferten sich heftige Wortgefechte mit der damaligen Klubführung.

Noch in derselben Woche zog er gemeinsam mit Präsident Martin Bruckner die Konsequenzen und trat zurück. Unvergessen bleibt seine Abschieds-Pressekonferenz. Zunächst übte Peschek Kritik: "Ich weiß nicht, warum ich verantwortlich sein soll für die Niederlage gegen Vaduz. Ich weiß nicht, warum die Mannschaft ohne Christoph Peschek besser spielen soll." Wenig später verließ er unter Tränen die Pressekonferenz und verabschiedete sich mit den Worten: "Es war mir eine Ehre, dem SK Rapid dienen zu dürfen. Lang lebe Rapid."

Rapid-Aus als Tiefpunkt

Nun sprach Peschek im "Mindgames-Podcast" offen über die Zeit nach seinem Aus. "Das Aus bei Rapid hat mich enorm getroffen. Als es zu Ende ging und ich mein Büro ausgeräumt habe, habe ich mich gefragt: Was kommt jetzt?" Er bezeichnete diese Phase als den Tiefpunkt seiner Karriere: "Beruflich war es sicher das Aus bei Rapid, weil es für mich nie eine Option gewesen wäre, einen Plan B zu haben. Es war für mich der allergrößte Antrieb, dem SK Rapid dienen zu dürfen." Dem Fußball blieb Peschek dennoch treu. Im Februar 2023 übernahm er den Posten als Geschäftsführer bei Blau-Weiß Linz und kämpft seither mit dem Klub um den Klassenerhalt in der Bundesliga.

Auch über seine Zeit bei Rapid sprach Peschek offen. Die Corona-Krise bezeichnete er als existenzbedrohend für den Klub, da lange unklar war, ob und wie die Bundesliga fortgesetzt werden kann: "Wir wussten, dass Corona für den SK Rapid eine existenzbedrohende Situation war. Zu dieser Zeit bin ich mit dem damaligen Trainer Dietmar Kühbauer zur Mannschaft gegangen und habe gesagt, dass wir als Geschäftsführung aufgrund der Situation auf ein Drittel des Gehalts verzichten. Daraufhin hat die Mannschaft eingewilligt, das ebenfalls zu tun." Das Ende ist bekannt: Die Saison konnte erst im Juni wieder fortgesetzt werden. Die Stadien waren im Sommer 2021 zumindest vorübergehend wieder voll mit Zuschauer gefüllt.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 25.03.2026, 08:03, 25.03.2026, 07:05
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