Der Siemens-Aufsichtsrat hat sich laut Insidern mit klarer Mehrheit auf die Absetzung des aus Österreich stammenden Konzernchefs Peter Löscher und die Berufung von Finanzchef Joe Kaeser als seinen Nachfolger verständigt. Das verlautete am Sonntag aus gut informierten Kreisen. Dazu wollte Siemens keine Stellungnahme abgebeben.
Formell müssen die Personalien bei der nächsten regulären Sitzung des Gremiums am kommenden Mittwoch, den 31. Juli, noch beschlossen werden. Löscher war nach der am vergangenen Donnerstag massiv unter Druck geraten.
Am späten Samstagabend hatte Siemens nach Marathon-Beratungen der Aufsichtsräte bekanntgegeben, dass ein Wechsel an der Vorstandsspitze anstehe und am Mittwoch beschlossen werden solle. Die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" berichtete unterdessen, Siemens-Chefaufseher Gerhard Cromme sei mit dem klaren Willen zu den Beratungen angereist, Löscher zum Rücktritt zu zwingen.
Der Villacher habe aber gekämpft. Noch am Freitag hatte Löscher wissen lassen, dass er . "Mir bläst jetzt der Wind ins Gesicht, aber es war noch nie meine Art, aufzugeben oder schnell die Segel zu streichen", sagte der Manager der "Süddeutschen Zeitung". "Ich habe einen Vertrag bis 2017, und gerade jetzt ist der Kapitän bei Siemens mehr gefragt denn je."
APA/red.