Er verschenkt seinen Lohn und bekommt eine Million

Peter Tabichi hat sich gegen 10.000 Nominierte durchgesetzt: Der Mathematik- und Physik-Lehrer aus Kenia wurde in Dubai zum Lehrer des Jahres gekürt.

Hugh Jackman kündigt den großen Höhepunkt an, als er zum goldenen Umschlag greift. Der australische Schauspieler, den man etwa für seine Darstellung des Superhelden Wolverine kennt, sieht in seinem weißen Smoking aus, als moderiere er die Oscar-Verleihung. Dabei geht es um den Global Teacher Prize 2019, die Wahl zum Lehrer des Jahres.

Die etwas aufgeblasene Inszenierung der Zeremonie, die am Sonntag in Dubai über die Bühne ging, setzt sich im Bühnenbild fort: Es regnet Funken, als ein strahlender Peter Tabichi dem Moderator zu pathetischer Musik in die Arme fällt. Der kenianische Lehrer hat jedoch Grund zur Freude: Der ehrenvolle Titel ist mit einem Preisgeld in Höhe von einer Million US-Dollar dotiert.

10'000 Nominierte

Peter Tabichi, Professor für Mathematik und Physik, hatte sich gegen 10'000 Nominierte aus 179 Ländern durchgesetzt. Der Wettbewerb, der dieses Jahr zum fünften Mal durchgeführt wurde, will eine Verbesserung des Lehrerberufs bezwecken.

"Ich bin nur hier wegen dem, was meine Schüler erreicht haben", sagte Tabichi in seiner Dankesrede. "Dieser Preis gibt ihnen eine Chance. Er sagt der Welt, dass sie alles können."

Schüler-Lehrer-Verhältnis von 58:1

Nach Angaben der Organisatoren gibt der 36-jährige kenianische Lehrer 80 Prozent seines Monatsgehalts für die Unterstützung der am stärksten benachteiligten Schüler aus. Der größte Teil von Tabichis Schülern stammt aus den ärmsten Familien, fast ein Drittel haben einen Elternteil verloren oder sind Waisen.

An der Schule, in der Tabichi unterrichtet, gibt es einen einzigen Computer, eine schlechte Internetverbindung und ein Schüler-Lehrer-Verhältnis von 58:1. Dennoch hat es der 36-Jährige geschafft, mit seiner Klasse einen Wissenschaftswettbewerb der Royal Society of Chemistry für sich zu entscheiden. Es ging bei dem Experiment darum, aus lokalen Pflanzen Elektrizität zu gewinnen.

"Ein junger Kontinent voller Talente"

Bei der Zeremonie wurde eine Videobotschaft des kenianischen Präsident Uhuru Kenyatta gesendet, der dem Gewinner gratulierte. "Ihre Geschichte ist die Geschichte Afrikas, einem jungen Kontinent voller Talente", sagte er.

Der Wettbewerb wird von der Varkey Foundation in Dubai organisiert. Die Stiftung wurde von der Varkey-Familie gegründet – Indern, die in den 1950er-Jahren in die Vereinigten Arabischen Emirate gekommen waren. Mit Schulen für westliche Auswanderer baute sich die Familie im Zuge des Ölbooms ihr Vermögen auf.

(red)

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