In letzter Zeit ist Madeleine Petrovic vor allem durch ihren Einsatz für Tierschützer in die Schlagzeilen geraten. Der Alltag der langjährigen Grünen-Chefin heißt aber Landespolitik: Im Heute-Talk verrät sie, warum die Öffi-Offensive der VP scheitern wird - und wieso die grüne Zusammenarbeit mit der SP derzeit völlig auf Eis liegt.
Heute: Erste Frage - wie sind Sie denn hergekommen? Mit dem Zug?
Petrovic: Ja, das hat ausnahmsweise funktioniert, ohne Verspätungen - aber ich habe andere Erfahrungen auch.
Vor kurzem hat die Bahn in Niederösterreich 34 Züge eingespart, mit dem Argument der geringen Auslastung
Also, wenn man das tut, dann kann man jetzt schon sagen, was passiert: Die verbleibenden Züge werden noch geringer ausgelastet sein. Wenn ich genau weiß, dass ich zu der Zeit, wo ich etwa mit dem Kind wo sein muss, keinen passenden Zug zur Verfügung habe oder stundenlang warten muss
Verkehrslandesrat Heuras hat stattdessen eine Öffi-Offensive mit Bussen angekündigt
Ein Buskonzept kann niemals eine Bahn ersetzen, das weiß man. Es tut mir wirklich weh, dass hundertfach bewiesene wissenschaftliche Erkenntnisse den VP-Verkehrslandesrat Johann Heuras nicht erreicht haben.
Stichwort politisches Klima im Landtag. Derzeit ist da ja ziemlich Funkstille - wie werden sich die Grünen verhalten?
Wir werden wieder Druck machen zur Aufhebung des Proporzes und ansonsten unsere Oppositionskarte spielen. Die Roten glauben immer, sie sind so ein bissl Opposition, tun immer so, als gäbe es einen Schulterschluss
Gibt es keine Zusammenarbeit?
Im Ernstfall, etwa bei einem Misstrauensantrag, kneifen die Roten. Dieses Doppelspiel, das ist wie ein bissl schwanger - ein bissl Opposition kann man nicht sein!
Lisa Steiner