Österreich

Petrovic: "Keine Ökodiktatur, aber Anreize für Bewus...

Heute Redaktion
14.09.2021, 16:39

Sie ist der Robin Hood von Niederösterreich, sagte Kaiser Robert Heinrich I. im ORF über Madeleine Petrovic, Klubobfrau der Grünen. Erwin Pröll hingegen sei der Sheriff von Nottingham. Ob und wie sehr sich die Oppositionspolitikerin und der Landeschef tatsächlich duellieren, erzählte Petrovic im Heute-Sommergespräch.

„Heute“: Gloggnitz ist eine kleine Stadt im Bezirk Neunkirchen. Warum treffen wir uns hier?
Petrovic: „Gloggnitz ist meine Heimat und ein besonderer Ort. Hier hat es 1947 die erste Bürgermeisterin Österreichs gegeben, Zenzi Hölzel, eine tschechische Flüchtlingsfrau. Außerdem hat die Gloggnitzer Gastronomie als erste in Österreich einen Veggiday eingeführt.“
Was ist das Bemerkenswerte an diesem Tag?
„Die Leute sehen, dass es beim Essen auch andere Möglichkeiten gibt, aber ohne dass Druck ausgeübt wird. Ich war nie für eine Ökodiktatur, aber dafür, Anreize für mehr Bewusstsein zu geben.“
Wie funktioniert nun die Zusammenarbeit zwischen Robin Hood und dem Sheriff?
„Wir leben in Niederösterreich in einem vordemokratischen System. Das hört Erwin Pröll nicht gerne, obwohl ich das gar nicht nur negativ meine. Pröll hat das Ohr am Volk und seine Beliebtheit kommt nicht von ungefähr. Mit der ÖVP unter Pröll kann man durchaus zu gemeinsamen Lösungen kommen. Die Grünen bringen prozentuell sogar mehr Anträge durch als SPÖ oder FPÖ. “
Stichwort Semmeringbasistunnel. Wie sehr bewegt sie dieses Thema?
„Sehr. Die Trennung zwischen alter und neuer Strecke liegt genau vor meinem Haus.“
Sind sie eine Unterstützerin ?
„Der Tunnel wird nötig sein und macht Sinn. Es wird aber eine enorme Belastung für die Bewohner, was Lärm und Staub betrifft. Bei einem Projekt, das acht oder neun Millionen Euro kostet, darf man bitte nicht knausern beim Lärmschutz oder bei der Staubbekämpfung. Die Summen dafür sind im Vergleich zur Gesamtsumme nur Peanuts.“
Haben Sie Ihren Rückzug 2003 aus der Bundespolitik jemals bereut?
„Nein, im Gegenteil.“
Und wie Grün sind sie privat?
„Zum Beispiel wohne ich in einem Haus mit Photovoltaik und Pelletsheizung. Mein Essen ist bio und tiergerecht.“
Astrid Heinz

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