Petsos: "Rapid ist der ideale Gegner für den Showdown"

Tirol-Routinier Thanos Petsos
Tirol-Routinier Thanos PetsosGEPA
Ein Duell mit Zündstoff! Die WSG Tirol kämpft am Sonntag gegen Rapid um einen Platz im Meister-Playoff. "Heute" sprach mit Antreiber Thanos Petsos.

Showdown in der Bundesliga! Am Sonntag entscheidet sich, wer die letzten beiden Tickets für die Meistergruppe erobert. Salzburg, Rapid, der LASK und Sturm sind durch. Der WAC (Rang fünf, 30 Punkte), die WSG Tirol (Rang sechs, 29 Punkte) und Hartberg (Rang sieben, 28 Punkte) hoffen und bangen.

Der "Kampf um den Strich" wird in drei Fernduellen entschieden. Hartberg hat St. Pölten zu Gast, Wolfsberg muss zur Austria. Die härteste Nuss wartet auf die Wattener, die am Tivoli Rapid empfangen.

Für einen eine ganz besondere Partie: Thanos Petsos. Der Deutsch-Grieche war gleich zwei Mal bei den Hütteldorfern unter Vertag. Seit Jänner 2020 liegt die sportliche Heimat des 29-Jährigen in den Alpen.

Im "Heute"-Interview spricht Petsos über das Duell mit seinem Ex-Verein, seinen ruppigen Abgang aus Wien und Juventus Turin.

"Heute": Herr Petsos, im Vorjahr wurde Tirol Letzter, ist sportlich abgestiegen und blieb nur dank Mattersburg-Insolvenz in der Liga. Jetzt winkt die Meistergruppe. Eine kuriose Entwicklung.

"Das hätten vor der Saison tatsächlich nicht viele für möglich gehalten. Mir war allerdings relativ schnell klar, dass wir eine gute Truppe haben. Wir haben Union Berlin in einem Test 3:0 geschlagen. Da wusste ich, dass wir auch in der Bundesliga eine vernünftige Rolle spielen können, wenn wir das so durchziehen."

Am Sonntag kommt es zum großen Showdown gegen Rapid. Hätten Sie sich einen "leichteren" Gegner gewünscht?

„Ich muss ehrlich sagen, nein. Uns liegen diese Gegner ein bisschen mehr. Keine Ahnung warum. Aber in den direkten Duellen gegen St. Pölten, Hartberg und die Admira lief es schlechter. Gegen die 'Großen' haben wir besser gepunktet. Wir wollten offenbar den schweren Weg gehen. Mal sehen, ob es am Ende reicht."

Geht man an so ein "Finale" anders heran?

„Nein. Denn man muss realistisch sein. Selbst wenn wir es in die Meistergruppe schaffen, werden wir uns eher nicht für die Europa League qualifizieren. Es geht halt darum, oben gegen attraktivere Gegner zu spielen und fix mit dem Abstieg nichts mehr zu tun zu haben. Der sollte allerdings mit unserer Punktezahl so oder so kein Thema sein."

Petsos 2013 mit Sabitzer (l.), Boyd und Trimmel
Petsos 2013 mit Sabitzer (l.), Boyd und TrimmelGEPA

Wenn ihr nicht gewinnt, seid ihr vom Parallelspiel Hartberg gegen St. Pölten abhängig. Wollen Sie während der Partie wissen, wie es dort steht?

"Ich denke nicht. Wenn wir unsere Hausaufgaben machen, ist es ja egal, was Hartberg macht. Es ist ohnehin schwierig zu sagen, dass man auf ein Unentschieden spielt. Von dem her würde es nicht viel ändern."

Wattens pendelt seit vielen Runden zwischen Rang fünf und sieben. Wann hat der Klub beschlossen, den "Strich" als Ziel auszurufen?

"Wir sind optimal aus der Winterpause gekommen mit sieben Punkten aus drei Spielen. Da war dann klar, dass wir eine Chance haben."

Herr Petsos, Sie halten bei einem Saisontor – das haben Sie ausgerechnet im Allianz Stadion beim 3:0 gegen Rapid erzielt. Ein besonderer Moment?

"Ja schon. Denn in meiner zweiten Rapid-Zeit ist es mir nicht gelungen, daheim zu treffen. Deswegen war es ein ganz cooles Gefühl. Leider waren keine Zuschauer da."

Sie haben 122 Spiele für Rapid bestritten. Fühlen Sie sich mit dem Klub noch verbunden, haben Sie Kontakt zu ein paar Ex-Kollegen?

"Nach den Spielen unterhält man sich natürlich mit ein paar Leuten, wobei die Mannschaft eigentlich komplett neu ist. Bis auf Sonni (Sonnleitner, Anm.), Dejan (Ljubicic, Anm.), Maxi Hofmann. Viele sind nicht mehr von damals dabei."

Im Sky-Podcast haben Sie zuletzt gemeint, bei Ihrem Abgang ist ein bisschen was vorgefallen. Was denn?

"Es ist einfach nicht so optimal für beide Seiten gelaufen. Dementsprechend unzufrieden waren auch die Fans. Es war bald klar, dass wir nicht mehr zueinander finden zu der Zeit damals. Streit gab es aber nicht. Es kamen halt immer gleich Pfiffe von der Tribüne. Wenn der eigene Spieler ausgepfiffen wird, wenn die Leistung nicht passt, ist das nicht schön. Ich habe immer alles gegeben, es ist halt nicht alles aufgegangen. Schade, dass vieles dann an mir festgemacht wurde, obwohl wir zu elft am Platz standen. Aber so ist das im Fußball."

Was trauen Sie Rapid heuer zu? Sind sie reif für den Titel?

"Hätte ich gedacht, weil Salzburg nicht so optimal reingestartet ist. Aber jetzt wirken sie wieder sehr stabil. Rapid macht das allerdings schon auch gut. Mit der Punkteteilung kann es wieder spannend werden. Zwei Duelle haben sie ja noch gegeneinander. Wichtiger wird aber sein, gegen die anderen zu punkten. Es ist alles offen, es war lange nicht so spannend. Vielleicht sind ja am Ende wir das Zünglein an der Waage."

Ihr Vertrag in Wattens endet im Sommer. Gibt es schon Pläne?

"Nein. Gesund bleiben und den Spaß am Fußball nicht verlieren. Der Rest wird sich zeigen."

Haben Sie sich ans Leben in Wattens gewöhnt?

"Es ist sehr entspannt. Es ist nicht groß, aber es gibt alles, was man braucht. Die Luft ist gut, die Aussicht ist schön. Mir fehlt nichts. Es muss nicht immer die Großstadt sein."

Abschließend eine Frage zu einem Team-Kollegen: Nikolai Baden Frederiksen scheint auf einem richtig guten Weg zu sein. Wo kann seine Reise hingehen? Er ist ja von Juventus ausgeliehen.

"Überall kann seine Reise hingehen, wenn er weiter Gas gibt und nicht abhebt. Er hat viel Potential. Er ist jung, hat diese Lockerheit. Ich könnte mir sogar vorstellen, dass er eines Tages bei Juve den Durchbruch schafft. Es wird schwer, aber er hat die besten Voraussetzungen."

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