Wenn kaputte Sachen eine zweite Chance bekommen: Bereits zum zweiten Mal öffnete das Pfadfinderheim in Baden seine Türen für jene Leute, die sich nicht gleich von ihren defekten Gegenständen trennen möchten. 20 ehrenamtliche "Reparierer" waren bereits um 9 Uhr morgens damit beschäftigt, Altes wieder auf Vordermann zu bringen, wie es seitens der Veranstalter heißt.
Die einzige Regel im "Café": Der defekte Gegenstand darf nur so groß sein, dass er von einer einzigen Person transportiert werden kann. Bis 13 Uhr waren die Hände der Freiwilligen bemüht – von Staubsaugern, Pendeluhren bis hin zu Plattenspielern – die Schätze der Besucher zu reparieren. Das komme auch bei den Menschen gut an, vor allem der generationsübergreifende Erklär-Service wird gerne in Anspruch genommen, so die Veranstalter.
Doch wie kommt ein derartiges Event überhaupt zustande? Mit Freiwilligkeit und ehrenamtlichem Engagement sowie einer engen Zusammenarbeit zwischen dem Land Niederösterreich, dem Abfallverband Baden (GVA), den NÖ Umweltverbänden, den Pfadfindern Baden, der Stadtimmobilien Baden und der Abteilung Energie & Klima der Stadtgemeinde Baden.
Die Veranstalter selbst merken an: Die Nachfrage am Reparieren sei groß und das Interesse der Menschen ungebrochen. Trotzdem sind die Zahlen erschreckend: Allein im Vorjahr waren laut dem Elektroschrott-Recycling Verband "WEEE Forum" von rund 16 Milliarden Mobiltelefonen weltweit etwa 5,3 Milliarden Elektromüll. Auf Europa umgerechnet beherberge somit jeder Haushalt durchschnittlich 13 defekte elektronische Gegenstände.