Ein Rekrut packt über seine Zeit beim Heer aus: "Mein Kamerad und ich waren Freiwild für den Pater." Der Geistliche soll den Männern nachgestellt und sie belästigt haben.
Es kann ein Kreuz sein mit den Kreuzträgern – diese bittere Erfahrung machten Grundwehrdiener mit einem katholischen Militärpfarrer in Wien. Denn sofort, als Marco F. (Name geändert) beim "Pater" (so sein Spitzname) antrat, fragte der 59-Jährige: "Hast du jemals eine Freundin gehabt? Bist du in einer Beziehung?"
Pater stellte den Teenies nach
In den Wochen und Monaten danach wurde es teils sehr ungustiös: "Er befahl uns etwa, ihm freie Sicht auf den Gürtel zu ermöglichen", erinnert sich Marco F. Der Mann stellte den Teenagern regelrecht nach: "Wenn er eine Gürtelschnalle hörte, sprang er auf, kam ins Zimmer und schaute uns beim Umziehen zu." Oder, so das Opfer: "Einmal merkte er an, dass meine Hose sehr eng sei. Er fragte mich: 'Bringst du eh alles unter im Schritt?'" Marco F.: "Es war unglaublich peinlich für mich, das Ausstellungsstück und Freiwild eines Paters zu sein."
Ein anderes Mal bettelte der Priester: "Borgst du mir deine graue Hose? Ich will sehen, ob sie mir passt." Marco F.: "Er nervte mich tagelang, irgendwann gab ich sie ihm. Er bedankte sich tausend Mal und verschwand den Rest des Tages in seiner Wohnung. Nach drei Wochen gab er sie mir reinlich gewaschen zurück."
Ermittlungen eingestellt
Auch Lackloafers erbettelte er sich vom Untergebenen – um daran zu schnüffeln. Marco F.: "Er inhalierte tief. Später forderte er: 'Schenk mir deine Unterhose.'"
Die Rekruten meldeten die Vorfälle. Lange passierte nichts, erst dann wurde ein Gedankenprotokoll angefertigt und Anzeige erstattet. Doch: Die Ermittlungen wurden eingestellt. Laut "Heute"-Infos hat der Pater mittlerweile seinen Platz geräumt. Halleluja!