Pferde-Betrüger vergaloppiert sich 8 Jahre in den Häfn

Der Angeklagte (r.) und Verteidigerin Astrid Wagner (l.)
Der Angeklagte (r.) und Verteidigerin Astrid Wagner (l.)Sabine Hertel
Ein Ex-Häftling und leidenschaftlicher Pferdefreund stand heute wegen Betrugs vor dem Wiener Landesgericht. Er erwarb teure Tiere – bezahlte aber nie.

Manuel G. aus Vorarlberg ist eher keiner zum Pferdestehlen: Wie berichtet, saß der der 39-Jährige schon 2014 vier Jahre in Haft. "Im eintönigen Gefängnisalltag flüchtete er sich in eine bunte Traumwelt glamouröser Pferdezüchter", erklärte Star-Verteidigerin Astrid Wagner das Motiv seiner Betrügereien. Bereits drei Tage nach seiner Entlassung gab sich der ehemalige Gärtner als reicher Gutsbesitzer und Pferdezüchter aus und "begann zu wüten" (Richter Romstorfer). Mit Überredungskunst und falschen Überweisungsbestätigungen hielt er vermögende Ross-Händler, wie den 88-jährigen Graf Ulrich Gorlo aus Theenhausen in Deutschland, auf Trab. Der Pferdefuß: Zahlen konnte er Zuchttiere und diverse Dienstleistungen am Ende nie.

Olympia-Hengst um 189.000€

Hengst "Ballzauber" war 2004 bei den Olympischen Spielen in Athen.
Hengst "Ballzauber" war 2004 bei den Olympischen Spielen in Athen.©Jutta Bauernschmitt

Die Objekte seiner Begierde waren aber nicht selten von fast unbezahlbarem Wert: Den prachtvollen Hengst "Ballzauber" vom Olympia-Bronze-Medaillengewinner Darren Chiacchia (Kaufpreis 189.000 Euro) ließ er etwa aus den Vereinigten Staaten um wohlfeile 42.000 Euro nach Amsterdam verschiffen. Außerdem versuchte er das weitläufige Edel-Gestüt "Schloss Tannenhaus" in Maria Anzbach in Niederösterreich um stolze 1,5 Millionen Euro zu erstehen. Dem beauftragten Makler galoppierten 150.000 Euro Provision davon.

Astrid Wagner übernahm Verteidigung 

Star-Verteidigerin Astrid Wagner
Star-Verteidigerin Astrid Wagner(Bild: Sabine Hertel)

Gerichtsgutachter Dr. Hofmann bescheinigte dem Angeklagten zwar eine narzistische Persönlichkeitsstörung, hielt ihn jedoch für schuldfähig. "Es tut mir leid und ich möchte mich entschuldigen", schluchzte der Angeklagte kurz nach der Urteilsverkündung: Zuvor bekam er wegen schwerem gewerbsmäßigen Betrug von über 300.000 Euro und einem tatsächlichen Schaden von 80.000 Euro sieben Jahre Haft aufgesattelt. Mit offenen Bewährungsstrafen muss er nun über acht Jahre im Bau absitzen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig – Astrid Wagner erbat auf Wunsch ihres Mandanten Bedenkzeit.

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