Pferdefleisch-Skandal nun auch in Hongkong

Der europaweite Skandal um falsch deklariertes Fleisch hat nun auch Hongkong erreicht: Wie die Behörden am Mittwoch mitteilten, wiesen sie eine Supermarktkette an, Tiefkühllasagne der Firma Findus aus dem Sortiment zu nehmen. Findus ist eine internationale Marke mit Produkten wie Rindfleischlasagne, die von der auf Tiefkühlprodukte spezialisierten französischen Firma Comigel hergestellt wird. In Frankreich wird Spanghero untersucht. In Österreich wurden bisher 116 Proben genommen. Auch in Tschechien wurde Pferde-DNA entdeckt.

Der europaweite Skandal um falsch deklariertes Fleisch hat nun auch Hongkong erreicht: Wie die Behörden am Mittwoch mitteilten, wiesen sie eine Supermarktkette an, Tiefkühllasagne der Firma Findus aus dem Sortiment zu nehmen. Findus ist eine internationale Marke mit Produkten wie Rindfleischlasagne, die von der auf Tiefkühlprodukte spezialisierten französischen Firma Comigel hergestellt wird. In Frankreich wird Spanghero untersucht. In Österreich wurden bisher 116 Proben genommen. Auch in Tschechien wurde Pferde-DNA entdeckt.

Das Hongkonger Zentrum für Lebensmittelsicherheit hatte die Bevölkerung aufgerufen, die betroffene Lasagne nicht zu essen, da sie "mit Pferdefleisch versetzt worden sein könnte, das keinen Tests auf Medikamente unterzogen wurde". Eine Sprecherin der betroffenen Supermarktkette ParknShop sagte, auf Anweisung der Regierung sei das Produkt in der vergangenen Woche aus den Regalen genommen worden.

Die Kette betreibt in Hongkong und Macau rund 280 Filialen. Wie groß die Anzahl der betroffenen Produkte war, blieb zunächst unklar. In der asiatischen Metropole sind westliche Gerichte immer beliebter.

Durchsuchungen bei Spanghero

Im Pferdefleisch-Skandal haben französische Ermittler am zweiten Tag in Folge den Sitz der Firma Spanghero in Südwestfrankreich durchsucht. Beamte der Anti-Betrugsbehörde sowie Experten der Gendarmerie beschlagnahmten wie bereits am Vortag Dokumente und verhörten Manager und Mitarbeiter des im südwestfranzösischen Castelnaudary ansässigen Unternehmens, wie aus Ermittlerkreisen verlautete.

Die französischen Behörden hatten Spanghero am vergangenen Donnerstag zu einem Hauptverantwortlichen im europaweiten Pferdefleisch-Skandal erklärt. Demnach hatte Spanghero aus Rumänien bezogenes Pferdefleisch wissentlich falsch als Rindfleisch ausgezeichnet und an die französische Firma Comigel verkauft. Diese wiederum fertigte aus dem Fleisch Fertiggerichte, die in zahlreiche Länder geliefert wurden, unter anderem nach Deutschland.

Wegen des Skandals wurde Spanghero die Betriebszulassung vorübergehend entzogen. Zu Wochenbeginn erhielt die Firma wieder die Zulassung für die Herstellung von Faschiertem und Wurst sowie von Fertiggerichten, nicht aber für die Zwischenlagerung von tiefgekühlten Ausgangsprodukten und damit zum Handel mit Fleisch. Am Dienstag nahm der Betrieb mit rund 300 Angestellten langsam wieder seine Arbeit auf.

Am selben Tag gingen die Justizermittlungen gegen die Firma mit dem Beginn der Durchsuchungen in die konkrete Phase. Die Auswertung der beschlagnahmten Dokumente, der Computer des Unternehmens und der Protokolle der Befragungen dürfte Wochen dauern.

116 Proben aus Ö

Bei der Suche nach nicht deklarierten Pferdefleisch-Anteilen in Lebensmitteln sind in Österreich bisher 116 amtliche Proben gezogen worden. Bisher ausgewertet wurden 40 - zwei davon waren positiv. Dabei handelt es sich bei beiden um das Rindfleisch-Produkt "Combino Tortelloni". Eine Probe wurde von der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) ausgewertet, hier betrug der Pferdefleischanteil 5,2 Prozent.

Bei der AGES waren bis Mittwoch insgesamt 53 Proben eingelangt, von 36 lagen qualitative Analysen vor. Neben den positiv getesteten Tortelloni waren 29 Proben von Fertiggerichten mit Rindfleisch negativ auf Pferde-DNA. Im Zuge der Aktion wurden zusätzlich auch Proben von Fertiggerichten mit Schweinefleisch untersucht, dabei wurden sechs Proben untersucht - in keiner wurde Pferde-DNA nachgewiesen.

Proben werden auch in den Lebensmitteluntersuchungsanstalten der Länder Wien, Vorarlberg und Kärnten analysiert. In Wien wurden so bisher 27 Proben entnommen. Vier wurden analysiert, drei davon waren negativ. Beim positiv getesteten Produkt handelt es sich - ebenso wie bei der AGES-Untersuchung - um "Combino Tortelloni" der Liechtensteiner Firma Hilcona, die unter der Handelsmarke Gusto firmiert und über den Diskonter Lidl verkauft wurde. Untersucht wurde jedoch eine andere Charge als bei der AGES. Wie viel Pferdefleisch in diesem Artikel enthalten ist war am Mittwoch noch unklar.

In der Untersuchungsanstalt Vorarlberg sind bisher 14 Proben eingelangt, die Analyse ist noch nicht abgeschlossen. Das selbe gilt für Kärnten, dort sind bisher 22 Proben eingetroffen.

DNA in tschechischen Produkten gefunden

Auch in Tschechien haben die Behörden nicht deklariertes Pferdefleisch in Lebensmitteln gefunden. DNA-Analysen hätten Pferdefleisch in zwei Chargen einer Tiefkühl-Lasagne nachgewiesen, teilte die nationale Lebensmittelaufsicht SZPI in Brünn (Brno) am Mittwoch mit. Die Behörde wies die tschechische Tochter der britischen Supermarktkette Tesco an, die betroffenen Produkte unverzüglich aus den Regalen zu nehmen.

Eine Gefahr für die Verbraucher besteht den Angaben zufolge nicht. Die Spur führe über ein tschechisches Handelsunternehmen für Tiefkühlprodukte zu einem Lieferanten aus Luxemburg.

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