Die Götter der Unterwelt sollten den Zucker nicht vergessen – in der ersten Staatsopern-Premiere der Saison treffen sie nämlich auf ein Ross, das man besser zähmen sollte. Angeliefert in 14 60.000 Kilo schweren Übersee-Containern à 40 Fuß (inklusive weiterer Deko und einem nicht minder gewaltigen Krieger) waren 50 Hände acht Tage lang mit dem Aufbau beschäftigt.
Die 7,70 Meter hohe Stahlkonstruktion mit Kunststoffelementen prangt in Hector Berlioz' Grand Opéra als Mahnmal auf der Bühne und schart 104 Choristen, 83 Orchestermusiker und 20 Solokünstler um sich.
Mittendrin: US-Mezzosopranistin Joyce DiDonato als Karthager-Königin Didon, die nach dem Betrug des geliebten Énée (Brandon Jovanovich) auf die dunkle Seite wechselt. Am Ende nimmt sie sich das Leben. Was bleibt, ist ein falscher Gaul, der ewige Hass der Karthager und die Hoffnung, dass die Warnung der Kunst vor dem Krieg fruchtet.
Es dirigiert Alain Altinoglu, Regie führt Sir David MacVicar. Bühnenbild: Es Devlin.
wienerstaatsoper.at