Pflegenotstand! Kein Personal, leere Betten in Heimen

Ein leeres Bett in einem Pflegeheim – kein Einzelfall!
Ein leeres Bett in einem Pflegeheim – kein Einzelfall!istock/ Symbolbild
Mangel an Pflegekräften und freie Betten in Heimen! Vertreter von Pflegeheimen und Sozialverbänden sind sich sicher: der Pflegenotstand ist schon da.

Bereits seit zwei Jahren befürchten Politik und Experten, dass es in Österreich zu einem Pflegenotstand kommen wird. Doch Vertreter von Pflegeheimen und Sozialverbänden sind sich darüber einig, dass die Corona-Krise dazu geführt hat, dass der Pflegenotstand im Land schon lange eingetreten ist.

Wie die ORF-Radios Ö3 und Ö1 berichten, führe der Mangel an Pflegekräften zu Leerständen und freien Betten in den Alten- und Pflegeheimen, obwohl die Nachfrage und ein dringender Bedarf an Heimplätzen gegeben ist. Besonders groß ist der Personalmangel dabei in der Steiermark, heißt es.

"Habe 10 Heime angerufen, alle haben kein Personal"

So sucht etwa die Tochter eines 88-jährigen Südoststeirers bereits seit über zwei Monaten einen Pflegeheimplatz für ihren Vater, berichtet Ö1 am Dienstag. "Ich habe zehn Heime angerufen und jeder hat mir geantwortet, dass es kein Personal gibt", erzählt die Frau im ORF-Radio.

Gerald Maier, Vorsitzende des steirischen Sozialverbands, erklärt, dass es aufgrund des Coronavirus zu wenig Personal für die Pflege und daher auch freie Betten gebe. "Das Personal ist körperlich und natürlich auch psychisch gefordert gewesen und es haben sich sehr viele Mitarbeiter aus dem Pflegebereich zurückgezogen", so Maier im Ö1-Frühjournal.

Pflegenotstand in ganz Österreich

Der Pflegenotstand ist aber nicht nur in der Steiermark zu spüren, sondern ein österreichweites Problem, meint Markus Mattersberger, Präsident des Dachverbands "Lebenswelt Heim": "Wir bekommen nahezu aus allen Bundesländern Rückmeldung, dass es leerstehende Pflegeeinrichtungen gibt, weil das entsprechende Pflegepersonal fehlt."

Insofern müsse man laut Mattersberger bereits "von einem Notstand" sprechen. Zudem werde Personal aus Heimen auch abgeworben, weil es auch in Krankenhäusern an Pflegekräften fehle. Er fordert daher neben einer Attraktivierung des Pflegeberufs auch mehr Ausbildungsplätze, berichtet Ö1.

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