Unwissend gab sich eine 55-Jährige heute am Landesgericht Sankt Pölten. Die Pflegerin, die seit rund zwei Jahren in NÖ lebt und arbeitet, soll laut Anklage NS-Nachrichten via WhatsApp und SMS an Bekannte und Freunde verschickt haben.
In einer Nachricht schickte sie etwa die deutsche Bundeskanzlerin am Rednerpult, wobei Angela Merkel NS-Zitate von sich gab. In einer Fotomontage war Adolf Hitler am Strand zu sehen, darunter folgender Text: "Noch zwei Wochen Urlaub, dann regle ich das."
Dann soll sie einen Vermisstenbrief geschickt haben: "Vermisst seit 1945, Adolf Hitler. Bitte melde Dich, Deutschland braucht Dich."
Die Angeklagte meinte vor dem Schwurgericht: "Ich wollte keinem meine Ideologie aufzwingen, ich habe das nur an Gleichgesinnte geschickt. Ich bin mit Merkels Politik nicht einverstanden. Für mich war das Satire." Zudem sei es ihr nicht bewusst gewesen, dass "NS-Scherze" auch in Österreich verboten seien: "Ich kenne die Rechtslage in Österreich nicht", so die 55-Jährige.
Übrigens: Aufgeflogen ist die 55-Jährige, nachdem sie ihren Ex-Freund abserviert hatte. Der Mann zeigte die 55-Jährige daraufhin an.
Das Urteil: 18 Monate bedingte Haft - rechtskräftig.