Eine junge rumänische Pflegerin wurde am Landesgericht Linz zu 18 Monaten Haft verurteilt. Sie soll im Februar auf den 83-jährigen Mann ihrer Klientin in Leonding mehrmals eingestochen haben.
Die 22-jährige Frau musste sich wegen Mordversuchs nun vor Gericht verantworten. Die Geschworenen sprachen sie einstimmig nur wegen schwerer Körperverletzung schuldig.
Im Februar soll die Pflegerin in der Küche des Pensionistenpaares den Mann mit einem 25 Zentimeter langen Fleischmesser mehrfach verletzt haben. Laut Staatsanwalt bestand eine "klare Tötungsabsicht". Die Pflegerin fügte dem Mann zahlreichen Stiche und Schnitte in Kopf und Rumpf zu. "Wäre das Opfer tatsächlich gestorben, würde man am Mord nicht zweifeln, aber zum Glück hat er überlebt", so der Staatsanwalt.
Die 22-Jährige wies die Vorwürfe zurück. Laut ihren Angaben sei sie von dem Pensionisten angegriffen worden und habe "reflexartig" zugestochen. Dem "Opa" habe sie "nichts Schlechtes" antun wollen, versicherte sie: "Ich hatte nicht die Absicht auf ihn einzustechen, habe es aber getan".
Auch die Geschworenen sahen keinen Mordvorsatz. Der Staatsanwalt nahm sich Bedenkzeit, daher ist das Urteil nicht rechtskräftig.