Der akute Personalmangel im Wiener Gesundheitssystem zieht immer weitere Kreise. Nun meldete sich eine Pflegerin gegenüber "Wien heute" zu Wort – und zeichnet ein verheerendes Bild der Situation.
Die Frau, die in einem städtischen Pensionistenheim in Wien arbeitet, möchte anonym bleiben. Seit 20 Jahren ist die ausgebildete Gesundheits- und Krankenpflegerin in diesem Bereich tätig. Heute sieht sie ihre Arbeit durch den akuten Personalmangel stark beeinträchtigt. Es bleibe zu wenig Zeit, um ihren Aufgaben ausreichend nachzukommen. Der Betrieb laufe auf "Sparflamme".
Das ginge so weit, dass die Grundversorgung der Menschen oft nicht mehr aufrecht erhalten werden könne. Die Folge seien Mängel in der Betreuung und damit auch gesundheitliche Auswirkungen. Es ginge sich nicht mehr aus, jeden einmal die Woche zu duschen. Sie befürchte Folgeschäden für die Bewohner. An eine Kündigung denkt sie nicht, zu sehr liegen ihr die Menschen am Herzen.
Vorwürfe wie diese gibt es häufiger, bestätigt Elisabeth Potzmann, Präsidentin des Österreichischen Gesundheits- und Krankenpflegeverbands, dem "ORF": Man höre das von unterschiedlichen Seiten immer wieder und mache auch öffentlich darauf aufmerksam. Die Situation fände sich nicht nur in Wien, sondern in ganz Österreich wieder – in unterschiedlicher Ausführung. Noch keine Reaktion auf die Vorwürfe gibt es vom Kuratorium der Wiener Pensionisten-Wohnhäuser und der Stadt.