Österreich

Photovoltaik-Anlagen blendeten, Nachbarn klagten

Die Photovoltaik-Branche hat derzeit aufgrund der Energie-Krise blendende Aussichten. Doch gerade diese sorgten bei Nachbarn für Probleme.  

Christine Ziechert
Der Nachbar (r.o.) von Markus S. in Lichtenwörth (NÖ) fühlte sich geblendet, zog vor Gericht.
Der Nachbar (r.o.) von Markus S. in Lichtenwörth (NÖ) fühlte sich geblendet, zog vor Gericht.
ORF

Im Zuge der Teuerungen am Energie-Sektor überlegen sich immer mehr Haus-, aber auch Wohnungsbesitzer, eine Photovoltaik-Anlage am Dach oder am Balkon zu installieren. Mit der derzeit teils kostenintensive Anschaffung der Solaranlagen wird schließlich auch die nachhaltige Energiegewinnung gefördert – allerdings können nachbarschaftliche Beziehungen darunter leiden, wie die ORF-Sendung "Am Schauplatz Gericht" aufzeigt.

Denn die großflächigen Paneele, deren Neigungswinkel so eingestellt werden, dass am meisten Energie erzeugt wird, sorgen vielerorts für Blendungen. So etwa auch in Seefeld (T). Markus P. hat an der Balkon-Brüstung seines Hauses großflächig eine Photovoltaik-Anlage montiert. "Nun hat meine Nachbarin auf Unterlassung der sie störenden Lichtreflexionen durch meine Anlage geklagt und möchte, dass ich diese um- oder abbaue", schrieb er an die "Am Schauplatz Gericht"-Redaktion.

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    Raphael Fasching
    "Markus P. musste – um die Blendung zu minimieren – den Neigungswinkel ändern. Jetzt ist natürlich die Ausbeute nicht mehr so groß" - ORF-Redakteurin Maria Zweckmayr

    In der Klage führte die Nachbarin aus, dass die Blendwirkung Ausmaße erreicht, die das Sehvermögen massiv beeinträchtigen. Sowohl die Erstinstanz, als auch die zweite Instanz, das Landesgericht Innsbruck, gaben der Frau Recht. Als Begründung wurde angegeben, dass die Photovoltaik-Anlage die Nutzung der Liegenschaft wesentlich beeinträchtigt: "Markus P. musste daher – um die Blendung zu minimieren – den Neigungswinkel ändern. Jetzt ist natürlich die Ausbeute nicht mehr so groß", berichtet "Am Schauplatz Gericht"-Redakteurin Maria Zweckmayr.

    Auch ein zweiter, ähnlicher Fall in Niederösterreich wird präsentiert. Markus S. hat auf seinem Hausdach in Lichtenwörth beinahe flächendeckend Photovoltaik-Paneele angebracht. Sein Nachbar fühlte sich geblendet. Die Gemeinde schaltete sich in den Konflikt ein, versuchte zu vermitteln. Der Niederösterreicher änderte daraufhin den Neigungswinkel der Paneele, um die Blendung zu minimieren: "Trotzdem klagte ihn der Nachbar. Letztendlich einigten sich die beiden Streitparteien auf einen Vergleich", so Zweckmayr.