Sie herrscht über das Milliarden-Erbe von Piëch

Ursula Piëch bestimmt über das Erbe ihres Mannes.
Ursula Piëch bestimmt über das Erbe ihres Mannes.Bild: picturedesk.com
Wer kriegt das Geld von Ex-VW-Chef Ferdinand Piëch? Zwei österreichische Stiftungen, in denen Witwe Ursula das Sagen hat.
Ferdinand Karl Piëch war rund 1,1 Milliarden Euro schwer und vertraute nur seiner Frau Ursula. 2012 hatte er seine 19 Jahre jüngere Gattin, eine ehemalige Kindergärtnerin, sogar in den VW-Aufsichtsrat gehievt. Die Idee war schon damals, dass sie sein Erbe bewahren sollte. Als Piëch 2015 bei VW den Hut nahm, ging auch Ursula Piëch.



Als Witwe ist Ursula nun die zentrale Figur, sie hat beim Nachlass das letzte Wort. Piëch hat sein Erbe schon vor Jahren geregelt: Sein Imperium fließt in zwei österreichische Privatstiftungen, über die er zu Lebzeiten bestimmte und an deren Spitze er jetzt von seiner Frau Ursula abgelöst wird.

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Die Privatstiftungen heißen "Ferdinand Karl Alpha" und "Ferdinand Karl Beta". Als Stifter, deren Firmenanteile in beiden Privatstiftungen gebündelt werden, agierten neben Piëch und seiner Gattin verschwiegene Gesellschaften in England, Liechtenstein und Österreich.

Die Witwe hat die Macht





Die 38-seitige Stiftungsurkunde regelt detailliert, wie mit den Anteilen Piëchs an Porsche und mit seiner Beteiligung an der Salzburger Porsche Holding, Europas größtem Autohändler, umgegangen werden soll. Der Porsche-Anteil ist mehr als 700 Millionen Euro wert, der Anteil an der Porsche Holding wird auf mehr als 300 Millionen Euro geschätzt. Einzige Bedingung für die Witwe: Wenn sie sich von Ferdinand getrennt hätte oder nach seinem Tod wieder heiratet, verliert sie ihre Macht in der Stiftung.

Eheliche Kinder bessergestellt





Eines ist ungewöhnlich: Piëch macht Unterschiede zwischen seinen zwölf Kindern. Eheliche Kinder werden bessergestellt. Je zwei Kinder aus den Ehen mit Ursula Piëch und Corina von Planta haben einen ständigen Sitz im mächtigen Sitzungs-Beirat. Die unehelichen Kinder aus den Beziehungen zu Marlene Porsche und Herma H. haben dagegen nur je einen einfachen Sitz. Ein Verkauf der Firmenanteile durch die Erben ist praktisch unmöglich: Beirat und Vorstand müssen zustimmen, zudem neun Kinder ihren Segen geben.



Deshalb waren nicht alle der zwölf Kinder begeistert vom letzten Willen des Vaters. Angeblich prüfen einige immer noch juristische Schritte, weil sie nicht ohne weiteres an das Erbe herankommen würden.

"Diese Erbengesellschaft widert mich richtig an," sagte Piëch einst der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Und weiter: "Für das Verprassen habe ich nicht das geringste Verständnis. Erben ist eine Glückssache. Aber das ist kein Recht, es zu vergeuden".

(red)

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