André Igler, Mitglied im Bundesvorstand der Piraten Österreichs, tritt zurück. Er kritisiert die Partei in Grund und Boden. Der 60-Jährige sieht für die Chaostruppe keine Zukunft mehr. Und das nicht nur, weil man bei der Nationalratswahl erbärmlich gescheitert ist.
erbärmlich gescheitert ist.
In hat Igler am Mittwoch den Schlussstrich gezogen: "Ich bin vor wenigen Minuten von allen meinen Funktionen in der Piratenpartei (Mitglied im Vorstand, Mediensprecher) zurückgetreten und überlege ernsthaft meinen Austritt."
Ursprünglich wollte Igler bei der Bundesgeneralversammlung in Graz im Jänner einfach nicht mehr für den Vorstand kandidieren, jetzt ist es aber anders.
"Das Desaster schlechthin"
Aktueller Anlass ist offenbar die Grazer Gemeinderatssitzung vom 14. November. Igler schreibt: "Und jetzt die Sache mit Fisima und dem Bettelverbot in Graz." Fisima ist das Online-Pseudonym des steirischen Piraten Philip Pacanda. Pacanda hat im Gemeinderat für einen Antrag gestimmt, der die rechtliche Evaluierung einer „Erlaubniszone für Bettelei“ beauftragt. Igler sieht darin einen "absoluten PR-GAU, das Desaster schlechthin" und "politischen Selbstmord", zumal die Partei Bettelverbote immer abgelehnt hat.
"Auf dem Niveau einer Sekte"
Aber auch andere Punkte stoßen Igler auf. Die Partei habe "null Kohle" und würde nicht einsehen, dass es ganz ohne finanzielle Mittel einfach nicht geht. Die Zahl der "letzten Vernünftigen" würde immer geringer. Die Piraten hätten keine "Experten, wir haben nur lauter Möchtegerne". Jedes Thema würde "auf dem Niveau einer Sekte argumentiert", so der nunmehrige Ex-Bundesvorstand. Und intern würden Anträge gestellt, bei denen sich "kein Aas um herrschende Gesetze schert".
"Ich bin sehr, sehr traurig und sehr, sehr enttäuscht", so Igler zum Abschluss.