Szene

Placebo begeisterten am Frequency-Schlusstag

Heute Redaktion
14.09.2021, 15:05

Nach dem Eklat im Jahr 2012, als Placebo aufgrund einer Viruserkrankung von Brian Molko ihren Auftritt bereits nach einer Nummer abbrechen mussten, waren die Erwartungen der Fans heuer besonders hoch. Der Sänger und seine Band enttäuschten nicht und boten in der Nacht auf Sonntag auf der Space Stage Glam-Rock par excellence. Solide Gigs absolvierten zuvor auch The Kooks und Travis.

ihren Auftritt bereits nach einer Nummer abbrechen mussten, waren die Erwartungen der Fans heuer besonders hoch. Der Sänger und seine Band enttäuschten nicht und boten in der Nacht auf Sonntag auf der Space Stage Glam-Rock par excellence. Solide Gigs absolvierten zuvor auch The Kooks und Travis.

Nach am Freitag lag es am Samstag an Placebo, das Frequency Festival 2014 mit einem Knall ausklingen zu lassen. Diesmal nicht von einem Virus-Infekt gebremst, gelang das der Band aus England auch.

"B3" eröffnete die Show, gefolgt von einer kraftvollen Version von "For What It's Worth". Live hatten sich Placebo wieder verstärkt, u.a. mit einer Keyboarderin, die auch elektronische Geige spielte, und die den Stücken feine Zwischenklänge verpasste. Spätestens zu "Scene Of The Crime" hatte die Lichtshow volle Fahrt aufgenommen, schön waren Videoscreens in den Hintergrund der Bühne integriert worden - das wirkte in Kombination mit der Musik sehr stimmig.

Zwischen lichtere Momente mischten sich düstere Songs ("Space Monkey"), selbst komplexeres Material führten die Londoner mit viel Verve auf.

Gänsehaut bei Travis

Eindrucksvoll demonstrierten auch Travis, dass sie nicht zum alten Eisen gehören. Die Schotten spielten auf der Green Stage eine dynamische Show, immer wieder durchtränkten fette Gitarren ihre Pop-Hymnen. Das verpasste Gassenhauern wie "Sing" (mit Banjo gebracht) und "Why Does It Always Rain On Me" ein paar wohltuende Kanten. Zu "Flowers In The Window" stellte sich die Band eng um Sänger Fran Healy zusammen, um gemeinsam zur akustischen Gitarre zu singen - ein bemerkenswerter Festivalmoment.

Mit Auftritten von The Kooks, The Subways, The Editors, Helge Schneider, Kyle Gass und vielen mehr ging das Festival in der 14. Auflage zu Ende.

Ein Resume von Veranstalter Harry Jenner gibt es auf Seite 2...

Bei 200.000 Besuchern bedankte sich Harry Jenner, Veranstalter des FM4 Frequency, am Samstag. "Wir sind ausverkauft." 400.000 Euro wurden heuer in das Ambiente investiert. Jenner führte etwa das Irish Pub, den Haubenkoch ("die besten Burger") und die Dekoraktion der Space Stage an. Im nächsten Jahr wird in St. Pölten das 15-Jahre-Jubiläum des Festivals gefeiert.

Die immer wieder medial verbreiteten Gerüchte, das Frequency müsse sich einen neuen Standort suchen, bezeichnete der 42-Jährige als "langweilig". Jenner: "Wir sind 2015 wieder da. Man kann bereits Early-Bird-Tickets kaufen. Es ist alles gut mit der Stadt und der Kaserne. Mein Dank an den Bürgermeister (Matthias Stadler, SPÖ; Anm.) von St. Pölten, der uns gut unterstützt."

Auf die Vorgaben bei der Buchung der Acts angesprochen, sagte Jenner: "Die Musik muss mir selbst zumindest zu 70 Prozent gefallen. Und das Gesamtpaket muss stimmen. Das Frequency stand immer schon für ein sehr vielfältiges Musikprogramm, da haben Queens Of The Stone Age genauso ihren Platz wie Skrillex." Dass es nicht nur auf Headliner ankommt, hätte etwa Marteria bewiesen: "Bei seiner Show war der Raum vor der Space Stage komplett voll, obwohl der Auftritt am Nachmittag und bei Sonnenlicht stattfand." Zu Kritiken am Konzept der Veranstaltung meinte er nur: "Viele verstehen den Festival-Gedanken nicht, weil sie einer anderen Generation angehören."

"Plafond ist irgendwann erreicht"

Braucht ein Musikfest eine Kabarettbühne? "Warum nicht? Ich schau mir auch privat Helge Schneider an, warum sollte er also nicht am Frequency auftreten? Drei Viertel seines Programms sitzt er ja außerdem am Klavier", schmunzelte Jenner. "Aber ich kann nicht nur Musikkabarett buchen, das wäre ein bisschen schwierig."

Er habe sein Hobby zum Beruf gemacht, würde auch privat oft Festivals besuchen, zuletzt etwa in Amerika. "Man sieht sich natürlich um und holt sich Ideen. Eine Kabarett-Bühne habe ich aber außer bei uns nirgendwo gesehen." Lässt sich das Frequency noch weiter ausbauen? "Irgendwann ist der Plafond erreicht, aber für sinnvolle Erweiterungen bin ich offen."

Digitales System bei Bänderausgabe

Aus der Panne am Donnerstag, als sich tausende Anreisende gleichzeitig bei der Bänderausgabe drängten, habe man gelernt: "Wir planen ein komplett digitales System. Das ermöglicht den Leuten schnelleren Zutritt, weil wir allen, die sich registrieren, die Bänder im Voraus zuschicken können, und somit das Anstellen um die Bänder wegfällt. Das werden wir umsetzen. Natürlich gibt es Leute, die das nicht wollen, weil sie Angst haben, dass wir wissen, wann sie aufs Klo gehen. Die sich nicht regiestieren lassen wollen, müssen sich eben anstellen, auch gut."

Auf eine Neuerung dieses Jahres wies Jenner, auf seine persönliche Bilanz angesprochen, besonders hin: "Es gab am Donnerstag zum ersten Mal einen Live-Stream. Ich habe mit 100 Zuschauern gerechnet und auf 1.000 gehofft - dann hatten wir 30.000 Viewer. Das werden wir im nächsten Jahr ausbauen." Jenner würde sich eine Liveübertragung im Fernsehen wünschen.

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