Mit einem makaberen Wahlplakat kritisiert das Satireprojekt "Die Partei" die derzeitige Flüchtlingspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel.
Das Bild ging vor zwei Jahren um die Welt: Der dreijährige Aylan liegt tot am Strand von Griechenland. Das Foto wurde zum Sinnbild des Versagens der EU während der Flüchtlingskrise.
Kritik für die Bildauswahl
Jetzt sorgt das Bild erneut für Aufregung. Diesmal dient es als Vorlage für eine Plakat-Kampagne. Ihr Slogan "Für einen Strand, an dem wir gut und gerne liegen" bezieht sich auf den Wahlkampfspruch der deutschen Bundeskanzlerin: "Für ein Land, in dem wir gut und gerne leben".
Dahinter steckt die Satire-Partei "Die Partei". Mit diesem Plakat wollen sie die Flüchtlingspolitik von Angela Merkel kritisieren. Was das Foto aussagen soll? Das soll der Wähler selbst für sich interpretieren, meint "Die Partei" in einer Stellungnahme auf Facebook. Diese wurde aber mittlerweile wieder gelöscht.
Vater des Buben ist schockiert
Die Plakate hängen aber immer noch. Abdullah Kurdi, der Vater des toten Buben, hat sie auch schon gesehen. Er selbst sei traurig, dass er das Foto in einem solchen Zusammenhang sehen muss.
Kurdi lebt mittlerweile im Irak, sei der deutschen Bundeskanzlerin aber trotzdem dankbar, dass sie so viele Menschen aufgenommen hat. Dass man ihr jetzt Vorwürfe macht, würde er nicht verstehen.
Darüber hinaus bat er "Die Partei", das Plakat abzuhängen. Das Geld könnte man besser in die Flüchtlingshilfe investieren.
"Wir wollen eine Diskussion"
Der Vorsitzende der Satire-Partei Martin Sonneborn weist die Vorwürfe aber von sich: "Das passt natürlich in die aktuelle Situation, Schicksal und Tod von Flüchtlingen aus Wahlkampf und Öffentlichkeit herauszuhalten. Aber im Gegensatz zur großen Koalition wollen wir eine Diskussion über das anhaltende große Sterben. Die Kritik, die uns im Netz entgegengebracht wird, bitte ich, ans Kanzleramt zu adressieren." (slo)