Pläne für Praterstraße Neu werden konkreter

Die Leopoldstädter Bezirkschefin Uschi Lichtenegger (Grüne) will die Praterstraße wieder zum Boulevard machen.
Die Leopoldstädter Bezirkschefin Uschi Lichtenegger (Grüne) will die Praterstraße wieder zum Boulevard machen.Bild: Helmut Graf, Ines Bacher

Um der Praterstraße zu neuem Glanz zu verhelfen, wird sie im kommenden Jahr umgebaut. Die Grünen hoffen auf einen Prachtboulevard, die FPÖ befürchtet ein Verkehrschaos.

"Die Praterstraße ist einer der prächtigsten Boulevards der Stadt, aber derzeit bekommt das kaum jemand mit", erklärte die Leopoldstädter Bezirkschefin Uschi Lichtenegger (Grüne) zum Start der Planungsphasen im heurigen Frühjahr.

Diese Woche ging eine Ausschreibung der Stadt Wien zu Ende, bei der sich interessierte Planungsbüros bewerben konnten. Darin werden als Ziele etwa eine Verkehrsberuhigung, eine Reduktion auf Tempo 30, mehr Radwege und neue kühlende Maßnahmen für den Sommer und mehr Grün definiert.

Um das zu erreichen könnten auch Fahrspuren wegfallen. So könnte zwischen der Aspernbrückenstraße und dem Praterstern stadtauswärts auf eine Fahrspur reduziert werden. "Noch ist nichts fix", betont man im Büro der Bezirksvorstehung auf "Heute"-Anfrage. "Jetzt werden detaillierte Pläne erstellt, die wir voraussichtlich im März der Öffentlichkeit präsentieren können", betont Lichtenegger.

FPÖ fürchtet Verkehrsgau, Grüne wollen Chancen nützen

Die FPÖ geht aber schon jetzt auf die Barrikaden, sie befürchtet einen "Verkehrs-Supergau in halb Wien". "Die Praterstraße ist – so wie sie ist – ein Musterbeispiel für das funktionierende Zusammentreffen von allen Verkehrsteilnehmern. Es besteht keinerlei Not, daran auch nur irgendetwas zu ändern", erklärt der Bezirksparteiobmann der FPÖ Leopoldstadt Wolfgang Seidl in einer Aussendung.

Naturgemäß anders sieht das die Grüne Bezirkschefin. Sie will die notwendige Sanierung der Praterstraße, die mittlerweile in die Jahre gekommen sei, gleich dazu nutzen, um die "wichtige Achse im zweiten Bezirk auf der gesamten Länge vom Praterstern bis zum Ende der Aspernbrückengasse am Donaukanal" neuzugestalten.

Bezirk verweist auf Wunsch nach mehr Grün und bessere Raumaufteilung

Lichtenegger erinnert auf mehrere Bürgerbeteiligungsverfahren, bei der Anrainer und Nutzer der Praterstraße sowie ansässige Geschäftsleute seit 2017 mehrmals zu ihren Wünschen und Vorstellungen befragt wurden. Danach hätten diverse Arbeitsgruppen zu den Themen Verkehr sowie Gestaltung und Aufenthaltsqualität Vorschläge entwickelt. Die Stadt Wien habe dann die Planung ausgeschrieben.

"Eine bessere Raumaufteilung, mehr Grün, bessere Querungsmöglichkeiten und weniger Konflikte mit dem Radverkehr sind nur einige der Wünsche der Bürgerinnen und Bürger", so die Bezirkschefin. Mit einer einheitlichen und attraktiven Oberflächengestaltung der Flächen für Fußgänger, mit neuem Mobiliar und Begrünungselementen will sie die Praterstraße wieder zum Boulevard aufwerten.

Unterstützung erhält sie dabei bei Bezirksvorsteherin-Stellvertreterin Astrid Rompolt (SPÖ): "Die Praterstraße wird attraktiver und lädt alle Generationen zum Aufenthalt und zur Kommunikation ein".

Auch Nestroyplatz soll neugestaltet werden

Besonderes Augenmerk liege auf drei Kreuzungsbereichen, die als Plätze gestaltet werden sollen: die Kreuzung Rotensterngasse, der Nestroyplatz sowie der Bereich zwischen der Einmündung der Zirkusgasse und der Aspernbrückengasse. Der Nestroyplatz habe mit der Einbeziehung und Öffnung des Therese-Krones-Parks das Potential zum begrünten Hauptplatz der Praterstraße zu werden.

"Die Ziele der Neugestaltung sind die Schaffung einer attraktiven Geschäftsstraße mit qualitativem öffentlichen Raum und Verbesserungen für alle Verkehrsteilnehmer", so Lichtenegger.

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