Die mögliche Verpflichtung von Jerome Boateng bei Bayern München wirbelte Anfang Oktober viel Staub auf. Aufgrund der angespannten Personalsituation beim deutschen Rekordmeister trainierte der Weltmeister von 2014 eine Woche lang mit den Profis mit, soll durchaus überzeugt haben. Es stand tatsächlich im Raum, dass Boateng, der Bayern im Sommer 2021 verlassen musste, tatsächlich einen Vertrag erhalten sollte. Nachdem das Arbeitspapier des Innenverteidigers bei Olympique Lyon im Juni ausgelaufen war, ist Boateng vereinslos.
Letztendlich nahm die Bayern-Führung rund um Sportdirektor Christoph Freund von einer Verpflichtung Abstand, nachdem es einen heftigen Aufschrei und nicht zuletzt die Androhung von Fan-Protesten gegen Boateng gegeben hatte. Gegen den 35-Jährigen ist nach wie vor ein Prozess wegen häuslicher Gewalt anhängig. Dieser wird neu aufgerollt.
Kurzzeitig entspannte sich die Situation bei den Bayern. Allerdings sieht es nach der 1:2-Pokal-Blamage der Münchner am Mittwochabend gegen Drittligist Saarbrücken ganz anders aus. Abwehrspieler Matthijs de Ligt zog sich eine Kapselverletzung im rechten Knie zu und soll Medienberichten zufolge vier bis sechs Wochen ausfallen. Auch Dayot Upamecano fällt mit einem Faserriss aus.
Nachdem mit Min-Jae Kim neuerlich nur ein Innenverteidiger bei den Bayern fit ist, soll laut "Bild" nun doch die Boateng-Verpflichtung wieder aktuell werden, die Diskussionen sollen hinter den Kulissen laufen. Deutschlands Serienmeister könnte also völlig unerwartet die Wende vollziehen.
Boateng hat jedenfalls auch am Donnerstag wieder an der Säbener Straße trainiert, hält sich aktuell mit der zweiten Bayern-Mannschaft fit. Dabei erspähten einige Zaungäste, dass der 35-Jährige ein Trainingsshirt der ersten Mannschaft trug. Und damit eine andere Kleidung als seine Trainingspartner. Mit Thomas Tuchel hat der Innenverteidiger jedenfalls einen großen Fürsprecher. Außerdem sollen Tests gezeigt haben, dass der 35-Jährige topfit sein soll und deshalb sofort helfen könnte. Der Aufschrei im Falle einer Verpflichtung würde aber jedenfalls nicht kleiner werden.
Die Bayern haben sich durch eine verkorkste Transferpolitik im Sommer selbst in Bedrängnis gebracht, nachdem Benjamin Pavard und Josip Stanisic abgegeben wurden, ohne adäquaten Ersatz unter Vertrag zu nehmen.