"Plötzlicher Tod" von Minister nach Absage an Putin

Wladimir Makej ist tot.
Wladimir Makej ist tot.via REUTERS
Der belarussische Außenminister Wladimir Makej ist gestorben. Über Krankheiten war nichts bekannt und Details werden keine genannt.

Der Aussenminister von Belarus, Wladimir Makej, ist im Alter von 64 Jahren gestorben. Die staatliche Nachrichtenagentur Belta berichtete am Samstag von einem "plötzlichen Tod", ohne nähere Einzelheiten zu nennen. Über Krankheiten war nichts bekannt. Makej war seit zehn Jahren Außenminister des autoritär regierten Landes und gehörte zu den Vertrauten von Langzeit-Machthaber Alexander Lukaschenko. Vor seiner Zeit als Minister war er Chef von dessen Präsidialadministration. Makej wurde zeitweise auch als möglicher Nachfolger Lukaschenkos gehandelt.

Aus Russland, dem engsten Verbündeten von Belarus gab es erste Beileidsbekundungen. "Wir sind erschüttert von den Meldungen über den Tod des Außenministers von Belarus", sagte die Sprecherin des Außenministeriums, Maria Sacharowa. Lukaschenko ist in der ehemaligen Sowjetrepublik bereits seit mehr als einem Vierteljahrhundert an der Macht. Der zeitpunkt des Todes ist pikant: "Wenn wir uns unmittelbar mit den Streitkräften, mit Soldaten in diesen Konflikt einmischen, tragen wir nichts bei, wir machen es nur noch schlimmer", hatte Lukaschenko kurz zuvor Wladimir Putin ausrichten lassen.

Eine Absage des Landes also, Russland im Krieg zu unterstützen. Zudem blamierte Lukaschenko Putin öffentlich. Beim Gipfel der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (OVKS) in Armenien sagte Lukaschenko im Zusammenhang mit dem nun seit neun Monaten andauernden Krieg in der Ukraine, dass die Medien berichten würden, die OVKS hänge von der "militärischen Spezialoperation Russlands in der Ukraine" ab. Er spüre, dass "wir zu der einheitlichen Meinung gekommen sind, dass, wenn – Gott bewahre – Russland zusammenbricht, unser Platz unter diesen Trümmern ist."

Daraufhin blendete die belarussische Nachrichtenagentur "Belta" für zwölf Sekunden Wladimir Putin ein, der geknickt seinen Blick senkte, wie "Focus" berichtet. Der Moment wurde auch von anwesenden Fotografen eingefangen. "Wir mischen uns nicht ein, wir töten niemanden, wir schicken keine Soldaten nach dort, weil es nicht nötig ist", sagte Lukaschenko zudem noch einmal nachdrücklich zu einer Unterstützung Russlands im Ukraine-Krieg. Belarus unterstütze Russland, seine Rolle sei aber eine andere.

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