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"Pokémon Karmesin und Purpur"-DLC – Optik nicht alles

Mit "Die Türkisgrüne Maske" erscheint der erste Teil der Erweiterung "Der Schatz von Zone Null" für "Pokémon Karmesin & Purpur" auf Nintendo Switch.

Rene Findenig
"Pokémon Karmesin und Purpur"-DLC – Optik nicht alles
"Pokémon Karmesin und Purpur"-DLC – Optik nicht alles
Nintendo

"Pokémon"-Fans auf der Nintendo Switch werden mit neuen Inhalten für die beiden Game-Versionen "Pokémon Karmesin" und "Pokémon Purpur" versorgt. Unter dem Erweiterungstitel "Der Schatz von Zone Null" erscheinen dabei bis 30. April 2024 mehrere große Inhaltswellen. Zwar muss man sich auf den zweiten Teil "Die Indigoblaue Scheibe" noch bis zum Winter 2023 gedulden, bereits erhältlich ist nun aber Teil 1 namens "Die Türkisgrüne Maske". Der Download-Inhalt bringt aber nicht nur neue Geschichten, neue Umgebungen und neue Charaktere sowie Pokémon mit sich, sondern auch überraschenderweise altbekannte Probleme zurück. "Die Türkisgrüne Maske" für "Pokémon Karmesin" und "Pokémon Purpur" im "Heute"-Test.

Inhaltlich reisen Spielerinnen und Spieler in der neuen Erweiterung über die Grenzen der Paldea-Region des Hauptspiels hinaus und besuchen die an japanische Dorfgegenden erinnernde Region Kitakami. Storymäßig ist dies in einen Schulausflug eingebettet – und Zockerinnen und Zocker der Hauptspiele müssen diese gar nicht beendet haben, um die Inhalte der Erweiterung direkt angehen zu können. Einmal installiert, fordert uns beim Start des Hauptspiels direkt ein Nebencharakter auf, in der Akademie der Spielwelt vorbeizuschauen. Schnell wird einem die bevorstehende Exkursion erklärt und nach einer spielerischen Verlosung der Teilnehmerplätze darf man losreisen – falls man die Schatzsuche im Hauptspiel aktiviert hat.

Typische "Pokémon"-Kost mit etwas mehr Tiefgang

Der Start der Erweiterung heißt wiederum nicht, dass man zwischenzeitlich von den Storys des Hauptteils ausgeschlossen wird. Vielmehr darf man jederzeit zwischen der Haupt- und Erweiterungsregion wechseln und die Aufgaben so in Angriff nehmen, wie es einem beliebt. Losgereist, wird man im Dorf Midoriya am Fuß eines mächtigen Bergs einquartiert und bekommt ein traditionelles Jinbei-Outfit spendiert. Von der Handlung wollen wir aus Spoiler-Gründen nichts verraten, sie ist aber etwas witziger und emotionaler als die des Hauptteils angelegt und enthüllt nach und nach die Legende eines Masken-tragenden Legendären Pokémons und Boninu, Benesaru und Beatori – drei Pokémon, die als Beschützer des Dorfs auftreten.

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    "Pokémon"-Fans auf der Nintendo Switch werden mit neuen Inhalten für die beiden Game-Versionen "Pokémon Karmesin" und "Pokémon Purpur" versorgt. Unter dem ...
    "Pokémon"-Fans auf der Nintendo Switch werden mit neuen Inhalten für die beiden Game-Versionen "Pokémon Karmesin" und "Pokémon Purpur" versorgt. Unter dem ...
    Nintendo

    Generell handelt es sich um typische "Pokémon"-Story-Kost, die aber für einige Stunden sehr gut unterhält. Spaß machen dabei neue Charaktere, die nicht die typisch gutgelaunten Gestalten sind, sondern uns anfangs mit Neugier, aber auch Misstrauen und Faulheit begegnen. Sie machen im Laufe des Abenteuers eine spannende und nachvollziehbare Entwicklung durch, während im Hintergrund einige Rätsel und Mysterien vor sich hinköcheln. Auch optisch und entdeckerisch macht die neue Region einiges her. Neben dem Dorf als Spielwelt-Hub dürfen Fans auch die Gegenden rund um den großen Berg der Region erkunden – neben liebevoll gestalteten Hügel- und Wiesen-Landschaften herrscht aber teils auch gähnende Leere.

    Technisch erschreckend, aber dennoch kein Reinfall

    Hier geben auch die Probleme des Hauptspiels ein etwas unrühmliches Comeback. So wird der Erkundungsdrang einerseits dadurch gedämpft, dass es neben Items und einigen neuen Pokémon sowie NPCs nicht allzu viel zu entdecken und andererseits wurden die grafischen Bugs nicht angegangen. Es ploppen weiter einfach Pokémon sowie Bäume und andere Objekte verspätet ins Bild, abseits der Missionen mit Aufgaben und Tätigkeiten gibt es immer wieder Pixelmatsch in der Spielwelt zu sehen und schlimm macht den technischen Eindruck vor allem das Ruckeln, das oft und noch öfter nicht nachvollziehbar im Spielverlauf auftritt. Wer dann auch noch auf einem Reitpokémon unterwegs ist, ruckelt sich durchs Spiel.

    Klar, viele dieser Probleme kann und wird wohl ein Update beheben, dennoch ist der technische Zustand der Erweiterung zum jetzigen Zeitpunkt erschreckend. Dennoch machen die Probleme "Die Türkisgrüne Maske" nicht zum Reinfall, denn das neue Regions-Pokédex verspricht einige unterhaltsame Spielstunden, sondern auch das Kennenlernen neuer Taschenmonster und auch neuer Entwicklungen bereits bekannter Pokémon. Dazu kommt auch noch ein neues Minispiel, bei dem man flink auf dem Reitpokémon Beeren einsammeln muss – und als Endgame-Inhalte erwarten euch auch noch neue Raids und Kämpfe gegen eine ganz neue Art von Monster, die man in dieser Form auch in dem Hauptspiel noch nicht kennenlernen durfte.

    "Pokémon Karmesin und Purpur"-DLC – Optik nicht alles

    In Sachen Herausforderung ist es sogar besser, wenn man den Hauptteil des Spiels noch nicht beendet hat, denn mit hochgelevelten Pokémon wird die Erweiterung zum anspruchslosen Durchmarsch. Auf Level-Augenhöhe mit den gegnerischen Monstern wird die Herausforderung bereits etwas knackiger, wirklich hart wird der DLC aber nie. Anders wird es übrigens beim zweiten Teil des Erweiterungspakets im Winter 2023, denn für diese wird es dem Vernehmen nach notwendig werden, dass man den Hauptteil (und ersten Teil der Erweiterung) komplett beendet hat, denn die Story aus "Die Türkisgrüne Maske" setzt sich in "Die Indigoblaue Scheibe" fort. Zeit für das Durchzocken bleibt aber bekanntlich ja noch mehr als genug.

    Der erste Teil der neuen Erweiterung für "Pokémon Karmesin & Purpur" macht zwar technisch keine allzu gute Figur, lässt aber die Hoffnung für baldige Updates offen und überzeugt indes spielerisch und erzählerisch. Lobenswert ist, dass die Macher den Charakteren mehr Tiefgang verpasst haben und die Geschichte mit mehr Witz und Spannung erzählen. Abseits davon erwarten Fans zwar neue Pokémon, Charaktere und Umgebungen, das Gameplay verändert sich im Vergleich zum Hauptteil aber nicht. Die neue Erweiterung eignet sich deshalb vor allem für jene Spieler, die vom Hauptteil begeistert waren und die mehr vom Gleichen wollen. Der große Wunsch ist jedenfalls, dass der zweite Teil ohne Technik-Probleme auskommt.