CGI-Monster, so bunt und liebenswert wie nie zuvor

"Pokémon Meisterdetektiv Pikachu" vermengt Fantasy, Comedy und Film Noir überraschend gut.
Bei "Wer will mich?" hätte Psyduck kein Herrl gefunden. Die Ente mit den Glubschaugen leidet permanent unter Kopfschmerzen, die sich in Stresssituationen in einer psychokinetischen Energiewelle entladen. Wer sich trotzdem in die Nähe der watschelnden Zeitbombe wagt, wird mit unaufhörlichem Gequake zur Weißglut getrieben. Ständig plappert die Ente ihren eigenen Namen: "Psyduck, Psyduck, Psyduck."

Was nach nerviger Tortur klingt, erweist sich in "Pokémon Meisterdetektiv Pikachu" als unterhaltsamer Running Gag und verdeutlicht zugleich den Reiz der titelgebenden Mini-Monster. Die Pokémon sind niedlich, aber verschroben, putzig, aber gefährlich.

Auch im Plot der Actionkomödie schlägt sich diese Kombi nieder – der Mix aus düsterem Detektivkrimi und buntem Sci-Fi-Abenteuer wird neben Pokémon-Nostalgikern vor allem Zuschauer rund um die Teenager-Schwelle begeistern.

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Alles begann mit einem Spiel



Das Pokémon-Phänomen startete Mitte der Neunziger mit einer Videospielreihe, die noch vor der Jahrtausendwende eine Anime-Serie, ein Sammelkartenspiel und ein Merchandise-Imperium zeitigte.

In den Spielen schlüpft der Spieler in die Rolle eines Pokémon-Trainers, legt sich als findiger Jäger einen Stall möglichst ausgefallener Ungeheuer zu und schickt diese gegen die Kreaturen anderer Trainer ins Gefecht.

Der Trailer von "Pokémon Meisterdetektiv Pikachu":



Pokémon Meisterdetektiv Pikachu
Pokémon Meisterdetektiv Pikachu


Viel zu entdecken



Dem Sammelspaß, der in den Games eine zentrale Rolle spielt, wird auch im Kino Rechnung getragen. Schon im ersten Trailer von "Pokémon Meisterdetektiv Pikachu" gab es zahlreiche Pokémon zu entdecken, im fertigen Film tummeln sich derart viele der farbenprächtigen Kreaturen, dass passionierte "Trainer" sich schon jetzt auf lange DVD-Abende mit dem Daumen über der Pause-Taste einstellen können.

Lasst die Ermittlungen beginnen



Dem 21-jährigen Tim (Justice Smith) blieb eine Karriere als Pokémon-Trainer verwehrt, seither meidet er die herzigen Vieherln. Als ihn die Nachricht vom Tod seines Vaters Harry erreicht, reist Tim (Justice Smith) widerwillig nach Ryme City, einem Utopia, in dem Menschen und Pokémon friedlich koexistieren. Dort verdiente der Papa als Cop seine Brötchen und war, so behauptet zumindest die engagierte Nachwuchsreporterin Lucy (Kathryn Newton), einer gigantischen Verschwörung auf der Spur.

Eigentlich will Tim nur die Angelegenheiten seines Vaters regeln und schleunigst aufs Land zurückkehren. Als er Harrys Pokémon Pikachu begegnet, ändern sich seine Pläne jedoch schlagartig. Tim und Pikachu scheinen auf mysteriöse Weise miteinander verbunden, der Bursche nimmt sogar das süße Quietschen des gelben Fellballs als Sprache wahr, ein absolutes Unikum in der Welt der Pokémon. Pikachu leidet zwar an Gedächtnisverlust, kann Tim aber davon überzeugen, dass sein Vater noch am Leben ist. Gemeinsam mit Lucy und ihrer Psyduck beginnen die Beiden zu ermitteln.



Ryan rules



Die Buddy-Chemie zwischen Tim und Pikachu macht die Lücken im Krimi-Plot mehr als wett. Herrlich fallen vor allem Pikachus Wortmeldungen aus, die im O-Ton von Ryan Reynolds eingesprochen wurden. Der "Deadpool"-Star beweist auch im jugendfreien Kino großartigen Schmäh.

Für die größte Überraschung sorgt allerdings die Optik der Pokémon. Selten hat Hollywoods CGI-Fauna so gut ausgesehen. Ins bunte Biotop von Ryme City passen die digitalen Tricks wie die Faust aufs Auge.

Fazit:



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"Pokémon Meisterdetektiv Pikachu" startet am 10. Mai 2019 in den österreichischen Kinos.

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Kritik/RezensionKinoFilmRyan Reynolds

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