Polit-Beben – erstmals ganz neue Koalition möglich

Könnten erstmals zusammen regieren: SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner, Grünen-Chef Werner Kogler und NEOS-Chefin Beate Meinl-Reisinger.
Könnten erstmals zusammen regieren: SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner, Grünen-Chef Werner Kogler und NEOS-Chefin Beate Meinl-Reisinger.Michael Gruber / EXPA / picturedesk.com
Eine neue Umfrage zeigt nicht nur, wie dramatisch der Absturz der ÖVP nach dem Chat-Skandal ist, sondern auch, dass eine neue Regierung möglich wäre.

Eine neue OGM-Umfrage für den "Kurier" (1.170 Befragte in Interviews, +/-2,9%) zeichnet einen dramatischen Absturz der ÖVP nach dem aufgetauchten Chat-Skandal nach. Mit dem Rücktritt von Sebastian Kurz als Bundeskanzler stürzte seine türkise Partei auf 26 Prozent ab und hat damit nur noch einen hauchdünnen Vorsprung von 2 Prozent auf die etwas gestärkte SPÖ (24 Prozent). Als großer Gewinner der Krise zeigt sich derzeit die FPÖ, die über 20 Prozent schießt und nun bei 21 Prozent hält.

Auch die NEOS können offenbar stark profitieren und holen die Grünen ein – beide Parteien liegen nun bei 12 Prozent. Wien OGM-Chef Wolfgang Bachmayer im "Kurier" analysiert, gebe es außerdem noch einen sehr hohen Anteil an Unentschlossenen unter dem heimischen Wählern. Was sich ebenfalls zeige: Die Grünen würden in den jungen Wählerschichten an Boden verlieren, alle Parteien lägen in der Altersgruppe momentan ziemlich gleichauf.

Ganz neue Koalition möglich

Würde am Sonntag gewählt werden, hätte Österreich zudem die Chance auf eine ganz neue Regierung – nämlich ganz ohne ÖVP und auch ohne FPÖ. Erstmals geht sich eine Ampel-Koalition von SPÖ, Grünen und NEOS aus, die auf 48 Prozent der Stimmen kommen würde, während eine türkis-blaue ÖVP-FPÖ-Regierung "nur" auf 47 Prozent käme. Möglich wäre aber auch eine Große Koalition, ÖVP und SPÖ kämen gemeinsam auf 50 Prozent der Stimmen.

Abgefragt wurde von OGM auch der Umgang der Österreicher mit dem Chat-Skandal. Demnach sei die Mehrheit der befragten über den Skandal keinesfalls überrascht, die mutmaßlichen Manipulationen seien für sie "in der Politik nichts Neues". Pikant: Die Mehrheit der Befragten kennt die aufgetauchten Chats allerdings gar nicht oder hält die Empörung darüber für "scheinheilig", nur ein kleiner Teil empfinde Ausdrucksweise und Inhalt für "skandalös".

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