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Politiker erschlägt Frau – und gewinnt Wahl aus Haft

Weil er sie betrog und sich seine Frau deshalb von ihm trennen wollte, wurde sie von Andrew Wilhoite erschlagen. Nun gewann er plötzlich eine Vorwahl.
20 Minuten
07.05.2022, 21:20

"Es gibt keinen gesetzlichen Grund, dass er nicht kandidieren kann", so der Wahl-Sachverständige Brad King aus dem US-Bundesstaat Indiana gegenüber der Zeitung "Tribune Star". Und weiter: "In unserem System gilt jemand als unschuldig, bis er verurteilt wurde. Erst wenn eine Verurteilung vorliege, verliere eine Person das Recht, gewählt zu werden und ein öffentliches Amt zu bekleiden."

Mann erschlägt Frau und wirft Leiche in Fluss

Grund für die Anfrage war der Fall von Andrew Wilhoite, einem 39-jährigen Farmer aus der Kleinstadt Lebanon, der dieser Tage als Kandidat für den Wahlkreis Clinton Township gewählt wurde. Wilhoite war Mitte März verhaftet, nachdem die Leiche seiner Frau Elizabeth Wilhoite (41) aus einem Fluss gefischt worden war. Die Obduktion ergab als Todesursache einen Schlag mit einem stumpfen Gegenstand. Nach seiner Verhaftung gestand Wilhoite, mit Elizabeth in einen Streit geraten zu sein und sie mit einem Blumentopf aus Beton erschlagen zu haben. Danach "entsorgte" er die Leiche in einem Flüsschen. Das Paar war seit 2009 verheiratet und hat zwei gemeinsame Kinder.

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Eine Woche zuvor hatte Elizabeth ihm mitgeteilt, sie wolle sich scheiden lassen, weil Andrew Wilhoite eine Affäre hatte. Sie hatte kurz davor die letzte Sitzung einer erfolgreichen Krebs-Therapie absolviert. Der Farmer sitzt derzeit ohne Möglichkeit auf Freilassung auf Kaution im Gefängnis. Bis sein Prozess angesetzt wird, dürfte es mindestens August werden, meistens dauere es in Boone County aber mehr als ein Jahr bis zur Verhandlung.

Wird Amtseid in der Zelle abgenommen?

Der Mordvorwurf hielt die Menschen in seinem Wahlkreis allerdings nicht davon ab, Wilhoite mit 60 Stimmen als einen von drei Kandidaten für den Gemeinderat von Clinton Township aufzustellen. Die Wahl soll dann im November stattfinden. Niemand habe das Recht, Wilhoites Namen von der Liste zu streichen, erklärt Experte King, nur er selbst könne sich zurückziehen. "Wir hoffen, dass er darum bittet, von der Wahlliste gestrichen zu werden und wir ihn einfach ersetzen können", so Debby Ottinger, Vorsitzende der republikanischen Partei in Boone County. Sie habe aber keine Kenntnis davon, das ihn jemand davon überzeugen wolle.

Den üblichen Amtseid könnte der mörderische Farmer sogar im Gefängnis in Anwesenheit eines Notars ablegen. Gut möglich also, dass Wilhoite im Herbst in den Gemeinderat der 4.800-Seelen-Gemeinde Clinton einzieht. Er erhielt 60 Stimmen, zwei andere Kandidaten 106 und 110. Aus den Reihen der Demokraten gab es keine Kandidatinnen oder Kandidaten für die drei Sitze im Gremium.

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