Eine Münchner Polizistin wurde Anfang der Woche bei einem Einsatz schwer verletzt und kämpft im Krankenhaus um ihr Leben. Thomas Goede, Kandidat der Piratenpartei für die Bundestagswahl aus Potsdam, twitterte daraufhin: "So ein Tag, so wunderschön wie heute. Weg mit dem Bullendreck. Ich mach mal den Champus [sic!] auf." Dazu der Hastag #acab, also "all cops are bastards".
Polizei und Öffentlichkeit reagierten entsetzt und sogar die eigene Partei bezog eindeutig Stellung: "Die Polizei hat eine für die Gesellschaft überaus wichtige Funktion und wie in diesem Fall wieder tragisch deutlich wurde, ist diese nicht ungefährlich. Das Mindeste, was die Polizeibeamten erwarten dürfen, die sich für unsere Sicherheit in Gefahr begeben, ist Respekt für ihren Dienst. Genau dies fehlte völlig in der heute getätigten Aussage eines Parteimitglieds; im Gegenteil, die schwer verletzte junge Frau wurde von ihm verhöhnt. Dies verurteilen wir auf das Schärfste", erklärten der Landesverband Brandenburg und der Stadtverband Potsdam.
Weiters wurden "satzungsgemäße Ordnungsmaßnahmen" gegen Goede angekündigt und die Landesliste zurückgezogen, doch er trat laut einem Parteikollegen mittlerweile selbst zurück.
Der Staatsschutz ermittelt nun gegen Goede, die Polizei ließ seinen Tweet löschen. (jm)