Vier Polizisten zerrten die Mutter des SPD-Landtagsabgeordneten Mario Pecher aus ihrem Wirtshaus in Zwickau – ihr Sohn stand daneben und freute sich.
Unfeines Ende eines langjährigen Familienstreits: SPD-Politiker Mario Pecher (55) zerrte seine Mutter Waltraud vor Gericht, weil diese die seit 1993 von ihr betriebene Gaststätte „Zum Sternblick" nicht hergeben wollte.Dem Politiker gehört das Lokal aber seit 2014: Er holte sich die Gaststätte jetzt per Gerichtsbeschluss – und mit Polizeieinsatz.
Polizisten zerren Pechers Mutter in Polizeiauto
Montagfrüh, um 8.45 Uhr, rückten die vier Beamten bei der Gaststätte in Zwickau an – samt Gerichtsvollzieherin Jana Mayer. Als Waltraud Pecher (sie verschanzte sich erst mit 30 Unterstützern im Haus) die Tür öffnete, packen die Beamten die 73-Jährige an den Armen und Beinen, zerrten die Frau in einen Polizeiwagen.
Seine Mutter sei eine Schauspielerin
Ihr Sohn, SPD-Politiker Mario Pecher, war ebenfalls vor Ort. Erst versteckte er sich, dann soll er vor laufender Kamera gesagt haben, "seine Mutter sei eine Schauspielerin". Gegen das harte Vorgehen der Beamten hatte Pecher nichts einzuwerfen.
Nachdem der SPD-Politikier die Gaststätte der Eltern mit Polizeigewalt räumen ließ (auch der bettlägrige Vater wurde hinauseskortiert), soll er im angrenzenden Wohnhaus der Eltern Strom und Heizung abdrehen haben lassen. Seine Eltern sitzen jetzt in der Adventszeit im kalten, dunklen Haus.
Mario Pecher (SPD) ist übrigens einer der Initiatoren von "Zwickau zeigt Herz", wo Menschen wie er auch dieses Jahr wieder "ein Signal für Toleranz und Nächstenliebe" setzen wollen.
(isa)